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Wenn Streitäxte klirren und Stämme fliegen

Eichsfelder Highlandgames Wenn Streitäxte klirren und Stämme fliegen

Vom Pferdeberg zum Hübental: Die siebte Auflage der Eichsfelder Highlandgames entführte am vergangenen Wochenende wieder hunderte Eichsfelder mit Kind und Kegel in die spannende Welt des Mittelalters. Gehandelt, gekämpft und gefeiert wurde in diesem Jahr an einem neuen Standort.

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Mit Axt, Schild, Helm und gepolsterter Rüstung: Mutige Edelmänner warten bei den Eichsfelder Highlandgames auf ihren Einsatz beim Ritterturnier.

Quelle: OT

Die neuen Betreiber des Forsthauses Hübental, Sabine und Holger Pangritz, hatten das Konzept der Eichsfelder Highlandgames von ihrer ehemaligen Wirkungsstätte, dem Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg, kurzerhand auf das Forsthaus-Areal bei Breitenberg übertragen. Deutlichste Veränderung: Statt 20 000 Quadratmeter standen nur noch 10 000 zur Verfügung. Doch mit rund 180 Rittern, Maiden und Darstellern wurde keineswegs weniger geboten als in den Vorjahren.

So sah man am Sonnabend berittene Marktschreier, bezaubernde Frauensleut und rauhe Kerle in mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Gewandung vorbei an unzähligen geparkten Autos in Richtung Hübental ziehen. Mittelalterlich und frühneuzeitlich ging es dementsprechend im und am Forsthaus zu. Ein Markt bot historisch orientierte Gaumenfreuden, Schmuck, Spiele, Ritterhelme und mehr.

Wortgewandte Helmträger machten die Besucher mit ritterlichen Fähigkeiten vertraut. Bei Martin Ludwig aus Warburg konnten die Gäste einen Parcours wagen, bei dem im ersten Durchgang Ring und Roland mit einer Lanze getroffen werden mussten. Im zweiten Durchgang galt es für die angehenden Knappen, in einem Slalom per Holzschwert Klötze von Pfeilern zu schlagen. Was auf den ersten Blick einfach scheine, erfordere viel Training und höchste Koordination, betonte Ludwig. „Es ist etwas ganz anderes, als am Computer zu sitzen“, gab er den jüngsten Besuchern zu denken.

Ein Modellschiff per Katapult beschießen konnten mutige Piraten an anderer Stelle, auch versuchten sich die Jüngsten an historischen Holzspielen. Am Durchgang zum Forsthaus zog besonders die Mäusestadt die Blicke von Groß und Klein auf sich. En Miniature präsentierte sich das von den Nagern bewohnte Modell einer mittelalterlichen Phantasie-Stadt. Maus Angelika, besonders schlau und possierlich, sorgte mit kleinen Kunststücken für viele „Ahhs“ und „Ohhs“ aus dem Publikum. Einige Meter weiter bestach ein Jongleur nicht nur mit seiner Geschicklichkeit, sondern auch mit jeder Menge Wortwitz. Mutige Herrschaften mit Schwertern und in Rüstung rückten ebenfalls an, um Wort- und Schwertgefechte auszutragen.

Vom Pferdeberg zum Hübental: Die siebte Auflage der Eichsfelder Highlandgames entführte wieder hunderte Eichsfelder mit Kind und Kegel in die spannende Welt des Mittelalters.

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Während auf der einen Wiese Rittersleut ihr Turnier austrugen, flogen auf der anderen Seite schon die ersten Baumstämme durch die Luft. Schließlich gehört bei echten Highlandgames auch der schottische Volkssports „Tossing the caber“ (Baumstammstoßen) dazu: Ein Baumstamm wird dabei zunächst mit beiden Händen senkrecht in die Höhe gestemmt und gleichermaßen gestoßen. „Wichtig ist, dass er dabei eine senkrechte Drehung um 180 Grad vollführt und gerade landet“, wies Mittelalterfan Carmen Deterding Mitwerfer ein. Da jedermann antreten durfte, wurde bei den Breitenberger Highlandgames nur die Weite gemessen – in Duderstädter Ellen, versteht sich, wobei eine Elle rund 58 Zentimeter entsprach.

Am Durchgang zwischen Markt und Wettkampfwiese hatte sich Schmied Marvin Pokorny niedergelassen. „Mutige Besucher, die sich an Esse und Amboss trauen, und ordentlich Muskelkraft aufbringen, dürfen das Schmieden auch gern einmal ausprobieren,“ lud Pokorny vorbeischlendernde Besucher ein. Im Hintergrund kündeten die Marktschreier bereits lautstark vom nächsten Auftritt der Gaukler und Musikanten – alles zur Erbauung und Zerstreuung der „Herrschaft“, die gutgelaunt über das idyllische Gelände bummelte und den ein oder anderen Taler auch gern mal für ein Horn Met springen ließ.

Von Matthias Monecke

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