Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Die S-Frage

Wer wird neues Schützenliesel in Duderstadt? Die S-Frage

Wenn das Licht in der Eichsfeldhalle gelöscht und ein einzelner Spot auf die Tür an der Treppe gerichtet wird, dann ist den Kommers-Besuchern klar: Gleich folgt der große Auftritt des Schützenliesels. Am Schützenfestfreitag lüftet Hauptmann Hans-Georg Kracht das Geheimnis, wer in diesem Jahr das Dirndl trägt.

Voriger Artikel
Hölzerner Vogel schmückt Schaufenster
Nächster Artikel
„Ein typischer Fall von Überregulierung“

Als Wahrzeichen inmitten von Majestäten fungiert in jedem Jahr das Schützenliesel. Wer wird es wohl 2016?

Quelle: NR

Duderstadt. Es ist die große Unbekannte eines jeden Schützenfestes der Schützengesellschaft Duderstadt von 1302. „Nur wir wissen Bescheid, das Liesel selbst und dessen Mutter“, erklärt Claudia Hampel, die gemeinsam mit Lioba Stadermann seit drei Jahren die Liesel-Wahl vorbereitet. Die Mutter spiele im Kreis der Eingeweihten eine entscheidende Rolle: Sie müsse das Schützenliesel für den großen Abend einkleiden – und dafür sorgen, dass die Überraschung auch eine Überraschung bleibt. Die Organisatorinnen könnten schweigen, sagt Hampel. Als ihre beiden Töchter auserkoren worden seien, die Ehrenrolle einzunehmen, habe sie selbst ihrem Mann nichts gesagt. „Die Väter sollen die Überraschung genießen können.“

Anhand der Mitgliederliste werde in den Wochen vor dem Schützenfest Ausschau nach einer geeigneten Kandidatin gehalten, erläutert Stadermann das Auswahlverfahren. Das sei nicht immer so gewesen, denn in früheren Jahren seien bewusst Nicht-Mitglieder zu Schützenlieseln gemacht worden, die oftmals anschließend in die Schützengesellschaft eingetreten seien.

Heute aber werde ein anderer Weg gewählt. Und es würden Frauen gefragt, die älter als 18 Jahre seien. Schließlich könne es beim Schützenfest lange Abende geben – und niemand wolle das Liesel vorab ins Bett schicken.

Kritisch sei immer, wenn ein Mädchen ablehne – denn dann gebe es eine Mitwisserin mehr. Daher würde vorab gut überlegt und vorgefühlt, wer als lebendes Wahrzeichen in einem Schützenjahr fungieren könne. Die Mutter kümmere sich dann um Kleid und Frisur – und die könne manchmal verräterisch sein: Beim Ausrufen des Schützenfestes vor dem Kommers setze ein besonders schön frisiertes Mädchen schon einmal die Gerüchteküche in Gang. Oder auch dessen Abwesenheit: „Dann wird sofort vermutet, dass sich das Schützenliesel für den Abend vorbereitet“, plaudert Hampel aus dem Schützen-Nähkästchen.

Im Jahr „seines“ Schützenfestes habe das Liesel feste Termine während des Duderstädter Schützenfestes und werde gebeten, auch die Teilnahme an den Festen befreundeter Vereine zu begleiten, erklärt Stadermann. Dabei erhalte das Liesel immer persönliche Begleitung durch Jungschützen – wie beim Auftritt in der Eichsfeldhalle. Wen sie die Treppe hinab begleiteten, wüssten die Jungschützen vorher ebenfalls nicht. „Selbst der Hauptmann erfährt es erst, wenn er den Umschlag öffnet“, sagt Hampel verschwörerisch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter