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Westerturm: Interaktive Erlebnisstation statt Museum

Berliner Firma plant Ausstellung Westerturm: Interaktive Erlebnisstation statt Museum

Seit Anfang der Woche steht der Bauzaun. Am Westerturm, in der ehemaligen Turmstube, entsteht das Schützenmuseum.

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Erlebnisstation: Auf drei Etagen entsteht das Schützenmuseum, hier schematisch im Aufschnitt von Stadtmauerseite aus dargestellt.

Quelle: Art+Com

Unter diesem Arbeitstitel ist eine Ausstellung zu den Themen Schützenwesen, Stadtverteidigung und mittelalterliche Stadt geplant. Dass das Projekt nicht nur inhaltlich, sondern auch gestalterisch mit der Bezeichnung Schützenmuseum nur unzureichend beschrieben ist, wird beim Blick auf die Ausstellungskonzeption deutlich.

„Wir haben kein Museum, sondern eine Erlebnisstation konzipiert“, sagt entsprechend Andreas Wiek, Vorstandsvorsitzender der Berliner Firma Art+Com. „Das Besuchererlebnis steht im Vordergrund.“ Es gehe nicht darum, das Schützenwesen im Detail nachzuzeichnen. Die Inhaltsmenge der Ausstellung müsse für Besucher zu bewältigen sein. „Es ist mehr gewonnen, wenn ein Thema exemplarisch verstanden wird“, so Wiek.

Zusammen mit dem Duderstädter Ehepaar Maria und Reinhard Hauff hat Art+Com das Ausstellungskonzept entwickelt. Das sieht in dem Gebäudeensemble, das nach Plänen des Berliner Architekten Rolf Gnädinger teils saniert, teils durch einen modernen Neubau ersetzt wird, eine Schau auf drei Etagen vor. Im Erdgeschoss ist neben Eingang und Museumsshop ein interaktives Stadtmodell vorgesehen. Hier lassen sich Angriffsszenarien und die Verteidigung der Stadt nachvollziehen. Um das Schützenwesen geht es im ersten Obergeschoss. Interaktives Schießen mit Armbrust und Vogelbüchse ist hier möglich. Beim Blick durch Schießscharten in der Stadtmauer erzeugt Projektionstechnik den Eindruck, man sehe eine angreifende Horde vor den Mauern der Stadt. Das Leben in der mittelalterlichen Stadt ist im zweiten Obergeschoss Schwerpunkt der Ausstellung. Auf Stelen sind hier die Unterschiede von Stadt- und Landleben erläutert.

Übersichtlich und selbsterklärend stellt sich das Konzept dar. War das Vorgabe der Auftraggeber oder ist das Stand der Ausstellungspädagogik? „Beides“, antwortet Wiek. Das sei zum Einen gefordert gewesen, weil keine Betreuung der Besucher in der Ausstellung geplant sei. Zum Anderen motiviere die selbsterklärende, interaktive Aufbereitung die Besucher, die Ausstellung individuell, im eigenen Tempo, in selbstgewählter Reihenfolge und Detailliertheit zu erleben. Insbesondere Familien und Schulklassen seien die Zielgruppe der Schau, erklärt Wiek.

Mitte 2008 seien die Stadt Duderstadt und Hans Georg Näder, Initiator und einer der Finanziers des Projekts, an Art+Com herangetreten, führt der Vorstandsvorsitzende aus. „Wir finden das Thema interessant und die Altbausubstanz reizt uns.“ Schon mehrfach habe seine Firma scheinbar wenig greifbare Themen inszeniert. Das Schützenmuseum passe deshalb gut zum Profil seiner Firma, so Wiek.

Eingehend hätten sich die Projektverantwortlichen bei Art+Com, Regina Tetens und Peter Böhm, mit dem Umfeld beschäftigt. Gab es Vorbehalte und Widerstände in Duderstadt? „Nein, gar nicht. Wir haben sehr konstruktiv und in angenehmer Atmosphäre zusammengearbeitet“, berichtet Wiek. Immer habe das Gefühl bestanden, gemeinsam an einem tollen Projekt zu arbeiten.

Von Ulrich Lottmann

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