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„Wie bruket essek nich te schämen“

Plattdütsche Frünne „Wie bruket essek nich te schämen“

Einmal mehr trat die Vielfalt der Eichsfelder Mundart beim jüngsten Treffen der Plattdütschen Frünne zutage. „Wie ßind met ßeem Minschen an Dische un ßesse dovonne ut verschiedenen Dörpern.“

Mit diesen Worten begrüßte Frünne-Präsident Werner Grobecker mehr als 110 Gäste aus dem Ober- und Untereichsfeld im Forsthaus Rote Warte. Grobecker unterstrich, dass „wir nicht nach Capri zu reisen brauchen, sondern die wundervolle Landschaft vor der Haustür haben.“ Die Antwort auf die Frage, woher das Süßloch seinen Namen hat, veranlasste den Präsidenten, gleichzeitig ein Stück Heimatkunde zu vermitteln.

Danach startete Hermann Friederici mit seiner Harmonika das Programm des Abends mit einem Potpourri bekannter Weisen aus den Bereichen Volkslieder und Schlager. Begleitet wurde er von Franz Otto auf der Gitarre. Auch die Vortragenden gaben einen guten Querschnitt aus ihren Heimatorten, die damit Besonderheiten und Eigenarten, überwiegend aus früherer Zeit, bekannt gaben. So berichtete Rita Maulhardt von der Etzelsbachwallfahrt und hatte gleich weitere Kalauer parat. Wallfahrtserlebnisse wurden auch von Werner Grobecker präsentiert und Monika Müller berichtete vom geborgten Zeugnis. Ein Loblied auf die Mettwurst diente gleichsam der Werbung für das Eichsfeld, vorgetragen von Franz Otto, der danach mit seiner Lyra und drei hammerschwingenden Männern die beliebte Ambosspolka aufführte.

Franz Zwingmann lockerte die Vorträge immer wieder mit seinen einzigartigen Dönekens auf. Die Wirkung von reichlich genossener Bohnensuppe stellte Toni Bause den Zuhörern dar. „Dä Rentenalldach“ wurde von Lydia Langenohl vorgetragen und Dora Hotze mit Maria Hammermann schilderten authentisch, wie einfach man in der guten alten Zeit schließlich gelebt hat. Fazit: Da ging es noch gemütlich zu.
Die erste Begegnung mit dem Wasserklosett hatte Christa Nordmann auf Lager, und sehr plastisch führte Reinhold Frölich die Getreideernte von früher und heute vor Augen. Auch von „außerhalb“ gab es einen Beitrag in Plattdeutsch von Horst Renneberg.

Ingrid Deterding prahlte mit ihrem Reichtum nach dem Motto „Wie hätt et jo un et kostet jo nix“. Auf die gute alte Zeit spielte musikalisch Hermann Friederici an, indem er „Mien Heckennest“ vorstellte. Über Alterserscheinungen sinnierte Anneliese Kopp noch vor dem olen Brokemeier. Wieder einmal ein Abend, an dem jeder jeden verstand, und einig war man sich darin, „wie bruket essek wegen usen Platt nich te schämen.“

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