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Wildes Holz vor 300 Zuhörern im Duderstädter Rathaus-Innenhof

Konzert Wildes Holz vor 300 Zuhörern im Duderstädter Rathaus-Innenhof

Vielleicht manchmal sperrig, aber alles andere als holzig haben sich am Freitagabend die Musiker von Wildes Holz im Rathaus-Innenhof präsentiert. Schamlos kitzelten sie den Rockstar aus Beethoven heraus, mixten Bach mit Guns'n'Roses und ließen es auf der Bühne krachen - zum Glück nicht im Wortsinn.

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Quelle: Eckermann

Gerald Werner, Kulturprokurist der LNS-Gesellschaft, hatte die Konzertbesucher gewarnt. Tobias Reisige an den Flöten, Anto Karaula an der Gitarre und Markus Conrads, meistens am Kontrabass, würden eigenwillige Interpretationen liefern, "manchmal respektlos, aber immer mit Gefühl", hatte er den Zuhörern während der Begrüßung gesagt. Das, was dann kam, dürfte die meisten der rund 300 Gäste im ausverkauften Innenhof dennoch überrascht haben.

 

Reisige ließ seine Flöten in allen Größen, Formen und Tonlagen trillern, fiepsen, schreien, flüstern, summen und brummen. Selbst eine Großbassblockflöte ("Nein, die gibt es nicht bei Ikea") brachte er zum Einsatz. Conrads streichelte, schlug, kitzelte und rupfte die Seiten und schubberte gar den Korpus seines Instruments. Karaula holte dazu mit flinken Fingern, mal zart, mal hart, aus der Gitarre heraus, was nur ging. Dabei nahmen sich die Musiker, die mit einem eigenen Titel starteten, Stücke aus allen Genres vor: Beispielsweise Johann Sebastian Bach mit dem, was ein Jugendlicher als "Mozart 40" als Klingelton auf seinem Handy wiedererkannt haben wollte, wie Reisige launig berichtete.

 

 

Das Ende vom Lied: eine Mixtur aus klassischen Klängen, Michael Jackson, Guns'n'Roses und der Titelmelodie von Simon and Simon. Aus Beethovens achter Klaviersonate wurde die perfekte Hintergrundmelodie zu einer Dokumentation über das Wacken Open Air. A propos Hard'n'heavy: AC/DC gab es ebenfalls in der Holz-Version. Und Deep Purple. Und die White Stripes. Selbst ein diskotaugliches Radiostück produzierte Reisige, indem er verschiedene Flötensequenzen loopte, also live aufnahm, wiederholt abspielte und dazu wieder spielte. Alles mit viel können gespielt und augenzwinkernd präsentiert. Zwischendrin gab es immer wieder Szenenapplaus - und am Ende ein begeistert klatschendes Publikum.

 

Foto: Eckermann

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