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Willi Hilliges stellt Leuchter für Kirche her

Bernshäuser Künstler Willi Hilliges stellt Leuchter für Kirche her

Einen Leuchter für die evangelisch-lutherische Kirche in Gieboldehausen hat der Bernshäuser Künstler Willi-Mark Hilliges geschaffen. Am Donnerstag, 21. Mai, , Christi Himmelfahrt, um 17.15 Uhr weiht Pastor Jens-Arne Edelmann das Kunstwerk ein. 

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In der Gustav-Adolf-Kirche in Gieboldehausen: der Bernshäuser Künstler Willi Hilliges mit seinem Werk. Mischke

 „Die Form lehnt sich an die neugotischen Kirchenfenster an“, erläutert Willi-Mark Hilliges. Wer den Leuchter eine Weile betrachtet, erkennt ein Kreuz. Der gebürtige Duisburger hat das Kunstwerk aus Metall geschaffen. „Ich habe Metallbauer gelernt“, berichtet der 58-Jährige. Nach der Gesellenprüfung 1968 fuhr er mit einem Fiat 600 nach Indien. Hinterher war ihm klar, das er nicht als Metallbauer arbeiten wollte.

Durch Freunde wurde er auf das Eichsfeld aufmerksam. Vor mehr als 35 Jahren zog er auf einen Bauernhof im Tiefental zwischen Bernshausen und Wollbrandshausen. Einst erhob sich dort ein Berg. Der stürzte in sich zusammen, als Grundwasser den Gips im Boden ausspülte. Nach dem Tod des alten Landwirts erwarben Hilliges und seine Frau schließlich die eine Hälfte des Hofes. In der anderen wohnt der Instrumentenbauer Hans Peter Klein. 

Das Doppelhaus liegt abgelegen. Strom muss Hilliges mit einem Generator selbst gewinnen. Ein Brunnen liefert Wasser, das aber hohe Nitratwerte aufweist. Trinkwasser schafft der Künstler in Kanistern herbei. Im 2500 Quadrameter großen Garten baut das Ehepaar Obst und Gemüse an. Die beiden zogen im Tiefental zwei Mädchen und einen Sohn groß. Die jüngste Tochter ist mittlerweile 16 Jahre alt und besucht das Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt. 

In Kassel studiert

In den ersten Jahren pendelte Hilliges nach Kassel, wo er Kunst studierte. Er hat sich auf Keramik spezialisiert. 90 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet der freischaffende Künstler mit Kachelöfen. Dieses Geschäftsfeld entdeckte er, als er einen Brennofen für seine Keramik baute. Zwei Tonnen wiegt so ein Ofen. Sechs, sieben Stück fertigt er im Jahr. Hilliges Frau gibt Keramikkurse. „Ich baue derzeit in Wollershausen“, verrät der Künstler. Seine dortige Werkstatt werde 240 Quadratmeter groß sein. Seine Frau bekomme einen Raum für ihre Kurse. Ihren Wohnsitz in Tiefental wollen sie jedoch behalten. Metallarbeiten macht Hilliges nur nebenher, zum Beispiel wenn ihn sein Pfarrer darum bittet. 

Von Michael Casper

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