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Ein Leben für den Sport

Willi Lemke besucht Duderstadt Ein Leben für den Sport

Acht Jahre lang war er UN-Sonderberater für Sport, legte Prioritäten unter anderem auf den Behindertensport. Mit dem Amtsende von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Ende 2016 wird auch Willi Lemke seinen Posten abgeben. Zuvor besuchte er auf Einladung der Firma Ottobock noch die Stadt Duderstadt.

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Zu Gast im Duderstädter Rathaus und bei Ottobock: Willi Lemke, UN-Sonderberater für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung.

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. Mit Ottobock verbindet Lemke eine Geschichte, die er im Duderstädter Rathaus Bürgermeister Wolfgang Nolte und Karsten Mey aus dem Vorstand der Ottobock Global Foundation erzählte: So habe er Ottobock-Chef Hans Georg Näder vor vier Jahren in London kennengelernt. Etwa zur selben Zeit habe er ein Mädchen aus dem Kongo getroffen, das im Krieg ihre Beine verloren hat und deren Prothesen nicht passten.

Er habe Schwierigkeiten gehabt, in Kontakt mit der Kugelstoßerin zu bleiben. Bei den diesjährigen Paralympics in Rio traf er durch Zufall nicht nur Näder wieder, sondern auch die Sportlerin, die dort teilnahm - mit passenden Prothesen.

„Ich war trotzdem mit ihr bei Ottobock“, sagt Lemke - dort habe sie eine Blades-Prothetik bekommen und starte nun eine Läuferkarriere. Von solchen Geschichten könnte Lemke viele erzählen - etwa 115 Länder habe er als Sport-Sonderberater bereist. „Und jetzt den Freistaat Eichsfeld“, scherzt Bügermeister Nolte.

Neben dem Behindertensport liegen seine Prioritäten unter anderem auf Jugendlichen und Sport als Friedensstifter. „Sport kann Brücken bauen“, so Lemke - und erzählt von einer nordkoreanischen Eishockeymannschaft, der er zu passenden Schlittschuhen verholfen habe. „In der Politik wäre das wegen der Sanktionen nicht möglich“, sagt er.

Dieses Jahr sei ein hartes für ihn: „Ich bin 70 geworden und nach vielen Jahren aus dem Werder-Bremen-Aufsichtsrat ausgeschieden“, sagt Lemke. Ab Januar 2017 ist er außerdem kein UN-Sonderberater mehr. Doch er wolle sich weiter engagieren. Auch der Besuch bei Ottobock könne eine Rolle spielen. Zum Abschied verewigte Lemke sich im Goldenen Buch Duderstadts - um das „W“ von „Willi“ malte er die Werder-Raute.

Zur Person: Willi Lemke

Willi Lemke (70) kennen viele vom Fußball-Erstligisten Werder Bremen, wo er 1981 bis 1999 Manager war und seit 2003 Aufsichtsratmitglied. „Ich mache in meinem Leben nichts außer Sport und Politik“, scherzt er. Lemke (SPD) war von 1999 bis 2007 Senator für Bildung und Wissenschaft und 2007/2008 Senator für Inneres und Sport in Bremen. Seit 2008 ist er Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung.

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