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Windpark-Pläne wirbeln die Vogelsburg auf

Gemeinderat billigt Vattenfall-Vorhaben Windpark-Pläne wirbeln die Vogelsburg auf

Der vom Stromkonzern Vattenfall ins Auge gefasste Windpark im Umfeld des Pinneken- und Mittelberges südlich von Gieboldehausen sorgt für Wirbel in den Neubaugebieten auf der Vogelsburg.

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Weithin sichtbar: Blick von der Schulstraße in Gieboldehausen auf zwei der Windräder nördlich des Höherberges.

Quelle: Pförtner

Bauherren haben im Rat des Fleckens Bedenken gegen die möglichen Standorte und Dimensionen der bis zu sieben Windkraftanlagen geäußert. Die Politiker hielten einmütig daran fest, zunächst die planungsrechtlichen Weichen für das Projekt zu stellen.

Als vor nicht einmal einem Jahrzehnt über die ersten Windräder auf dem Territorium der Samtgemeinde im Bereich der Wallfahrtsstätte Höherberg diskutiert wurde, gab es einen Sturm der Entrüstung – angefacht von Kirche und Kommunalpolitikern. Der hatte sich schon längst zu einem Sturm im Wasserglas abgeschwächt, als die heute bescheiden wirkenden beiden Windräder dann vor sieben Jahren an den Kompromissstandorten Sonnen- und Hellenberg errichtet wurden. Die katholische Kirche wurde übrigens selbst Verpächter einer Windradfläche. Und gänzlich windstill blieb es, als vor vier Jahren zwei weitere Windräder hinzukamen. Projektiert wurden die Anlagen von der Göttinger EMA GmbH (Energie-Management-Agentur), montiert von einer spanischen Firma, betrieben werden sie von Kommanditgesellschaften.

Als Konsequenz aus dem Windrad-Streit am Höherberg hatte die Samtgemeinde im Flächennutzungsplan Windräder auf den zentralen Standort nördlich des Höherberges beschränkt. Das soll sich jetzt ändern. Denn bei den Politikern hat sich der Wind um 180 Grad gedreht. Wie bereits die ebenfalls von den Vattenfall-Plänen betroffenen Gemeinden Rüdershausen und Rollshausen hat der Flecken der Ausweisung eines weiteren Sondergebietes zugestimmt – mit der Einschränkung, dass das erste Windrad erst einen Kilometer südlich der Grenze zum derzeitigen Landschaftsschutzgebiet aufgestellt werden darf. Mit der nur mittelbar betroffenen Gemeinde Wollershausen laufen Gespräche.

„Wir stehen mit der Vattenfall-Voranfrage erst ganz am Anfang eines langen Verfahrens“, verweist Bürgermeister Norbert Leineweber (CDU) auf noch viele Einwirkungs- und Widerspruchsmöglichkeiten und verteidigt den Tendenzbeschluss: „Windkraft tut nicht weh, gelbe Fässer in der Asse schon.“ Mit seinem Plädoyer für den Ausbau regenerativer Energiequellen steht er im Rat nicht alleine. „Wir müssen auch im Kleinen Verantwortung für die Energiewende zeigen“, betont Otmar Pfeifen-bring (SPD). Angesichts des Wettrennens der großen Energieversorger sollte allerdings darauf geachtet werden, dass auch umgehend gehandelt werde und es nicht nur um eine langfristige Standortsicherung gehe.

Weitere Ratsmitglieder äußern Verständnis für die Sorgen um optische und akustische Beeinträchtigungen, Blinklicht und Verspargelung der Landschaft, betonen aber, dass es Einflussmöglichkeiten auf Höhe und Art der Anlage gebe. Ein Bebauungsplan sei für das Sondervorhaben nicht nötig, bestätigt die Verwaltung. Ein Windpark unterliegt aber dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Das hat 2004 das Bundesverwaltungsgericht für alle Projekte ab drei Windrädern, deren Einwirkungsbereiche sich überschneiden oder berühren, entschieden.

Skeptisch bleiben Bewohner der Vogelsburg, bangen um Wohnqualität und Wertverlust ihrer Häuser. Viele Gemeinden im Münsterland seien in die Falle getappt, hätten kleinere Windräder genehmigt und später mangels Bebauungsplanes größtmögliche Anlagen hingesetzt bekommen, sagt ein Betroffener. Die Bürger drängen darauf, Spezialisten an Bord zu holen, frühzeitig informiert und eingebunden zu werden.

Vattenfall schweben Anlagen mit bis zu drei Megawatt Nennleistung und einer Gesamthöhe von rund 180 Metern vor. Anders als die 100 Meter Höhe nicht überschreitenden Windräder nördlich des Höherberges müssten diese Anlagen zwecks Flugsicherung mit optischen Signalen „befeuert“ werden.

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Grünes Licht für Sondergebiet

Nach dem Gemeinden Rollshausen und Rüdershausen hat auch der Flecken Gieboldehausen der Ausweisung eines Sondergebietes für Windkraftanlagen zugestimmt. Hintergrund ist eine Anfrage des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall. Das Unternehmen sondiert zurzeit die Möglichkeit, im Untereichsfeld einen Windpark zu errichten.

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