Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Wo versickert Wasser?

Verwaltungsmitarbeiter erklären, wie es geht Wo versickert Wasser?

Einmal mit dem Maßband ringsum an den Hauskanten entlang, einmal die Einfahrt vermessen und nachgesehen, wo die Zuläufe zum Kanal liegen. So einfach kann es gehen, den Fragebogen zur Vorbereitung des Gebührensplittings für die Abwasserkosten auszufüllen - wenn man weiß, wie.

Voriger Artikel
Kräuter sammeln in der Naturwerkstatt
Nächster Artikel
Akrobatik und Dressuren

Martin Fahlbusch (links) und Dirk Vohwinkel erstellen ein Aufmaß der Treppe zum Keller, wo sich ein Abfluß befindet.

Quelle: Niklas Richter

Breitenberg. Dirk Vohwinkel, Martin Fahlbusch und Marius Nolte, die für den Fachbereich Finanzen, Wirtschaft und Bürgerservice bei der Stadt Duderstadt tätig sind, wissen genau, was zu tun ist, wenn der Fragebogen ins Haus flattert: Schließlich betreuen Sie dass Projekt, das jetzt in Breitenberg seinen Anfang genommen hat und in das innerhalb des nächsten Jahres auch alle anderen Duderstädter Ortsteile einbezogen werden sollen.

Hintergrund ist das sogenannte Gebührensplitting. Statt bisher anhand der verbrauchten Frischwassermenge sollen zukünftig, ab etwa 2018, die Gebühren für Abwasser nach Schmutz- und Niederschlagswasser aufgeteilt erhoben werden. „Damit geht keine versteckte Gebührenerhöhung einher“, macht Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) deutlich. Vielmehr handele es sich um eine Umverteilung von Kosten.

Versiegelte Fläche wird ermittelt

Da das auf einem Grundstück anfallende Niederschlagswasser nicht direkt messbar ist, soll nun die „reduzierte versiegelte Fläche“ ermittelt werden, heißt es in einem Flugblatt, das die Stadtverwaltung zur Information der betroffenen Hauseigentümer erstellt hat. „Versiegelte Flächen lassen mehr oder weniger Niederschlagswasser versickern“, erklärt Fahlbusch. Je nach Dichtigkeit der Fläche - Dächer, Beton- und Asphaltflächen lassen weniger Sickerwasser hindurch als Verbundpflaster, Split oder Rasenflächen mit Gittersteinen - werde die Quadratmeterzahl einer Fläche mit einem Faktor multipliziert, dem Abflussbeiwert.

Im Falle des Daches liegt er bei 1,0, im Falle der Rasenfläche mit Gittersteinen bei 0,4. Auch Flächen, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind, sind auf einem Grundstück möglich. Flächen, auf denen das Wasser direkt im Grundwasser verschwindet, seien allerdings nicht gebührenrelevant und würden entsprechend im Fragebogen nicht erfasst, erklärt Vohwinkel.

Auch städtische Flächen werden vermessen

Nicht nur die privaten Eigentümer der rund 7000 Grundstücke im Stadtgebiet seien gefragt, wenn es um die Erfassung der Flächen gehe, erklärt Fahlbusch. Auch die rund 120 Gebäude in städtischer Hand müssten vermessen werden. „Und nicht nur die Gebäude, sondern auch die Parkplatzflächen“, erläutert er. Schließlich handele es sich dabei um große, versiegelte Flächen.

Wie sich die Neuberechnung auf den Abwasserpreis jedes Verbrauchers auswirke, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagt Fahlbusch. „Bei einem Einfamilienhaus dürfte sich aber kaum etwas ändern“, glaubt er. Wer hingegen große Flächen, aber einen geringen Wasserverbrauch habe, könne mit einer Anpassung der Gebühren nach Oben rechnen. Dazu zählten, so Fahlbusch, beispielsweise Supermärkte mit deren Parkplätzen, unter Umständen aber auch landwirtschaftliche Betriebe. Wer mit vielen Personen, also bei hohem Verbrauch, auf kleinem Raum lebe, könnte am Ende hingegen günstiger davonkommen, sagt er. „Für eine wirkliche Prognose ist es aber noch zu früh.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter