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Wolfstourismus im Wald bei Breitenberg

Pächter bittet um Einhaltung der Spielregeln Wolfstourismus im Wald bei Breitenberg

Seit der Gerblingeröder Jörg Wisotzki von seiner überraschenden morgendlichen Begegnung mit einem Wolf bei Breitenberg berichtet hat, nimmt die Zahl vermeintlicher Wolfssichtungen im Eichsfeld mehr und mehr zu.

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Quelle: Wagner/dpa (Symbolfoto)

Eichsfeld. Unter anderem auf Facebook berichten weitere Augenzeugen von Begegnungen mit dem scheuen Tier, das auch im Bereich Lindenberg unterwegs sein soll. Wisotzki, der gemeinsam mit dem Immingeröder Karsten Panczyk ein Jagdrevier bei Breitenberg gepachtet hat, warnt jedoch vor einem „Wolfstourismus“ – im Sinne des Tierschutzes.

„Der Wolf hatte mit Sicherheit Angst vor mir“, berichtet Wisotzki. Bei dem Zusammentreffen am frühen Montagmorgen habe das Tier nicht hektisch, aber bestimmt das Weite gesucht, als es sich dem Menschen gegenüber sah. Es empfehle sich, wenn nicht nur der Wolf dem Menschen, sondern auch der Mensch dem Wolf aus dem Weg gehe, auch wenn von einem Treffen zunächst einmal keine Gefahr ausgehe.

Bei all dem Reiz, der davon ausgehe, das scheue Tier einmal in freier Wildbahn zu erleben, dürftem Spaziergänger und Waldbesucher eines nicht vergessen: Der Wolf ist nicht das einzige Tier, das sich in dem Wald aufhält. „Waldgebiete sind nicht umsonst Erholungsgebiete“, erklärt Wisotzki. Eine erhöhte Anzahl von Autofahrern und Waldspaziergängern sei für das Wild ein Stressfaktor. „Das Wild braucht Ruhe, insbesondere zu Beginn der Brut- und Anzuchtzeit“, erklärt Panczyk.

Futterstellen unnbedingt meiden

Während im März noch Schonzeit herrsche, würden ab April/Mai bereits Vorbereitungen für die Jagdsaison getroffen. Nicht erst dann sollten Waldbesucher darauf achten, sich ruhig und nur auf den ausgewiesenen Wegen im Wald zu bewegen. „Die Tiere merken sich, wenn es in einem Revier zu Störungen gekommen ist“, erklärt Wisotzki. Er erinnert sich an einen Fall vor einigen Jahren. Damals hatte es im Bereich Hübenthal einen Riss gegeben. „Der Wald war wochenlang wie leergefegt“, be schreibt er die Folgen. Duftmarken und andere Kennzeichen eines ungewollten Besuchers – und dazu gehöre unter Umständen auch eine große Anzahl von Menschen – könnten noch lange Zeit von den Tieren wahrgenommen werden.

Besonders Futterstellen sollten Spaziergänger, wenn sie sie sähen, unnbedingt meiden, um das Wild nicht zu verscheuchen. Der schlimmste Fehler sei, sich im Wald zu erleichtern. Das schrecke das Wild nachhaltig ab – und sei damit für die Tiere ein Stressfaktor und für dir Jäger ein Ärgernis.

Wisotzki und Panczyk sind sich einig: Sie heißen den Wolf in ihrem Revier willkommen. Waldbesucher hingegen bitten sie, sich an die Spielregeln im Wald zu halten. Um Wölfe anzusehen, dürften Wildparks geeignetere Orte sein als der Wald bei Breitenberg.

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©Richter