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Wucherpfennig: Koch schadet der Schule

Schüler würden abgeschreckt Wucherpfennig: Koch schadet der Schule

Unverständnis und Verärgerung sind die Reaktion von Edeltraud Wucherpfennig (SPD) auf die Debatte um die Berufsbildenden Schulen in Duderstadt. Befürchtungen, der BBS Duderstadt drohe akut das Aus, seien unangebracht, stellt die Vorsitzende des Kreis-Schulausschusses fest.

Es gebe vielmehr strukturelle Probleme in einzelnen Bildungsgängen, in denen nur sehr wenige Schüler unterrichtet würden, erläutert sie. Wucherpfennig reagiert auf den Vorstoß des CDU-Landtagsabgeordneten Lothar Koch. Der stellvertretende Landrat hatte vor dem Hintergrund rapide gesunkener Schülerzahlen gegenüber dem Tageblatt erklärt, es gebe „absoluten Handlungsdruck“ zur Sicherung der BBS. „So nicht“, hält Wucherpfennig dem Christdemokraten entgegen und kritisiert Inhalt und Stil von Kochs Äußerungen. Die würden nicht helfen, sondern sogar schaden, weil er anmeldungsinteressierte Schüler abschrecke, so die Ausschussvorsitzende.

Schon seit einiger Zeit gebe es Gespräche der Schulleitungen über perspektivische Entwicklungen aller fünf Berufsbildenden Schulen des Landkreises, berichtet Wucherpfennig, die auch Leiterin der Göttinger BBS I (Arnoldi-Schule) ist. Kochs Intervention habe dort gewachsenes Vertrauen zerstört und den neuen Leiter der BBS Duderstadt Timo Tuschling in eine schwierige Gesprächssituation gebracht, so Wucherpfennig.

Aber auch politisch sei Kochs Vorstoß nicht nachvollziehbar. Wenn er eine Diskussion hätte anstoßen wollen, wäre der Schulausschuss des Kreises dazu der richtige Ort gewesen. Noch im Januar habe dieser getagt, ein Antrag von Koch habe jedoch nicht vorgelegen. Von der Verwaltung sei zwar die aktuelle Schülerstatistik verteilt worden, auf eine besondere Problemsituation für die BBS Duderstadt sei allerdings „nicht mit einem Wort“ hingewiesen worden, merkt die Ausschussvorsitzende an.

Allerdings wäre diese anhand der Zahlen durchaus skizzierbar gewesen, sagt sie. Die Schülerstatistik listet auf sieben Seiten detailliert alle Schulformen und Ausbildungsbereiche auf, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Klassen an allen fünf Berufsbildenden Schulen des Landkreises. Wenn man die Kennziffern zu deuten wisse, seien deren Folgen für Budget und Lehrerstunden der einzelnen Schulen ablesbar, so Wucherpfennig.

Auf dieser Basis unterstützt sie die Zielsetzung des Landkreises, die BBS in Duderstadt zu erhalten. Im Hinblick auf konkrete Maßnahmen bedürfe es allerdings der Abstimmung aller Berufsbildenden Schulen im Landkreis. „Und natürlich müssen wir auch die Interessen von Schülern und Ausbildungsbetrieben im Blick behalten“, so Wucherpfennig, „das ist ein hoch komplexer Vorgang“.

Koch hatte mit der Bemerkung, „wenn wir jetzt nichts machen, kommen wir zu spät“, auf eine schnelle Lösung noch zum kommenden Schuljahr gedrängt. Das hält Wucherpfennig für zu kurzsichtig. „Jetzt auf den 1.8., oder auch den 11.9., zu starren, schadet der Sache“, sagt sie mit dem Verweis auf die Kommunalwahl im September: „Die demografische Entwicklung geht auch nach diesem Termin weiter, und deshalb brauchen wir den langfristigen Blick auf das Problem.“

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