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Zehn Jahre Bürgerbüro im Samtgemeinde-Rathaus

Bündelung von Aufgaben hat sich bewährt Zehn Jahre Bürgerbüro im Samtgemeinde-Rathaus

Vor zehn Jahren fegte ein frischer Wind durch die Amtsstuben im Altkreis: Sowohl in Duderstadt als auch in Gieboldehausen wurden im September 2000 Bürgerbüros in Stadt- und Rathaus eingerichtet. Die Kommunalverwaltungen wollten damit ein Zeichen setzen und den Servicegedanken stärken – weg vom obrigkeitsstaatlichen Gebaren und hin zum Dienstleistungsunternehmen.

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Im Gespräch mit einer Verwaltungskundin: Bürgerbüro-Mitarbeiterin Kornelia Bode im Gieboldehäuser Rathaus.

Quelle: Pförtner

Statt bei ungeliebten Behördengängen durch Korridore zu irren und als Bittsteller behandelt zu werden, sollten die Bürger eine zentrale Anlaufstelle bekommen, in der sie mit einem Lächeln begrüßt werden.

Das Bürgerbüro habe sich bewährt und sei bei der Bevölkerung auf positive Resonanz gestoßen, ziehen Bürgermeister Reinhard Grobecker (CDU) und Fachbereichsleiter Ansgar Papke eine erfolgreiche Bilanz für die Samtgemeinde Gieboldehausen. Auf den Tag genau heute vor zehn Jahren wurde im Erdgeschoss des mit der Samtgemeinde entstandenen Funktionsbaus in der Hahlestraße das Bürgerbüro eingerichtet. Seitdem sind sechs wechselnde Mitarbeiterinnen an drei Serviceplätzen in dem transparenten Großraumbüro erste Anlaufstelle, Orientierungshilfe und Wegweiser für Rathausbesucher. Das Büro löste die anachronistische Pförtnerloge mit Rundfenster samt Sprechöffnungen ab, die noch aus einer Zeit stammte, als die Personalausweise grau waren, auf Passbildern gelächelt werden durfte und in den Behörden Schreibmaschinen klapperten.

Heute hilft in einer Vielzahl von Fällen das Team des aus dem Einwohnermeldeamt hervorgegangenen Bürgerbüros weiter – ob der „Perso“ abgelaufen ist oder eine Beglaubigung für das Bewerbungszeugnis benötigt wird, ob es um Lohnsteuerkarten oder Fischereischeine geht. Die Aufgabenpalette reicht von Führerscheinen bis zu Fundsachen, von Pässen bis zu Parkplätzen, von Einbürgerungen bis zum Elterngeld. Auch dem Publikum verborgen bleibende Hintergrundarbeiten wie Aktualisierung des Melderegisters und EDV-Koordination werden von den Mitarbeiterinnen erledigt. Für diskrete Gespräche wurde ein separates „Hintergrundbüro“ eingerichtet. Das wurde bislang allerdings noch nie von einem Bürger in Anspruch genommen und wird nur für Sprechstunden von Jugend- und Rentenamt genutzt. Gespräche über Behördenangelegenheiten, die nicht im Bürgerbüro gebündelt werden können – zum Beispiel Gebührenbescheide für Anlieger, werden ohnehin nach wie vor in den Fachbüros besprochen.
Seit Bestehen des Gieboldehäuser Bürgerbüros wurden – bis zum Juli 2010 mit einem Stand von 14 140 Einwohnern – 20 150 Ausweis- und Passangelegenheiten, 6197 Zuzüge, 6873 Wegzüge, 3100 Umzüge, 1150 Geburten, 1688 Sterbefälle und 890 Eheschließungen bearbeitet. In zehn Jahren seien rund 100 000 Auskünfte erteilt worden, schätzt Grobecker. Neben dem Papierkrieg im Passwesen verweist er auf weitere klassische Arbeitsfelder: 50 000 Melderegister-Auskünfte, 40 000 Meldebescheinigungen sowie 3500 Führungszeugnisse und Gewerbe-Zentralregister-Auskünfte.

„Die ersten Bürgerbüros in Deutschland entstanden vor etwa 20 Jahren aus den klassischen Einwohnermeldeämtern, um den Verwaltungsapparat zu modernisieren und ihn kundenorientierter zu gestalten“, erinnert der Bürgermeister und Verwaltungschef: „Durch Bündelung von Aufgaben an einer Stelle wurde der von den Bürgern gefürchteten Rathaus-Rallye ein Ende gesetzt, unser Ziel, eine effiziente Verwaltung mit modernster Technik zu präsentieren, erfolgreich angenommen.“ Grobecker erinnert sich noch an den Slogan „Die Akten sollen laufen, nicht die Bürger“, der kursierte, als 1989 das erste Bürgerbüro im Land eingerichtet wurde: „Als vor zehn Jahren das Gieboldehäuser Bürgerbüro seine Arbeit aufgenommen hat, waren es schon Daten, die das Laufen lernen sollten, um den Bürgern lästige Gänge in viele Behördenstuben zu ersparen.“

Von Kuno Mahnkopf

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Befragung

Anpassung und eventuell Ausweitung der Serviceangebote der Verwaltung stehen in der Samtgemeinde Gieboldehausen bevor. Es geht um das Bürgerbüro und die mögliche Einrichtung einer Kfz-Zulassungsstelle im Rathaus. Im Bürgerbüro im Erdgeschoss des Gieboldehäuser Rathauses wird vom 1. bis 30. April eine Kundenbefragung durchgeführt.

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