Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Zuschüsse beim Kauf von Altbauten in Duderstadt werden geprüft

Von Hiddenhausen lernen Zuschüsse beim Kauf von Altbauten in Duderstadt werden geprüft

Hiddenhausen ist nicht gerade ein Ort, von dem jeder ad hoc sagen könnte, wo er liegt. Aber die Gemeinde mit knapp 20 000 Einwohnern im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen hat Vorbildcharakter.

Voriger Artikel
Diskussion über Papst-Schrift „Freude des Evangeliums“
Nächster Artikel
Rätselhafte Skulptur am Duderstädter Hindenburgring

Geschlossener Bestand von rund 600 Gebäuden: Das Fachwerk Duderstadts ist Teil der Kultur Südniedersachsens.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Zumindest in Hinblick auf ein Vorhaben, das sich die Duderstädter Kommunalpolitik unter Umständen vorstellen könnte – vorausgesetzt die Finanzierung stimmt: In Hiddenhausen läuft bereits seit 2007 das Programm „Jung kauft alt“. Sinn des Förderprogrammes ist es, jungen Menschen den Kauf von Gebäuden im Bestand schmackhaft zu machen. Wobei „jung“ meint, dass Kaufinteressenten älter als 25 Jahre sein müssen. „Auch ein 85-Jähriger bekommt den Zuschuss, wenn er meint, ein Haus kaufen zu wollen“, erklärt Johannes Böning von der Duderstädter Stadtverwaltung.

Beim Erwerb einer solchen Immobilie würden die Käufer finanziell bei der Erstellung eines Altbaugutachtens unterstützt. Maximal 1500 Euro sind dafür als Anteil der Kommune angedacht. Zusätzlich soll es, gestaffelt nach Anzahl der Kinder im Haushalt, eine Langzeitförderung geben. In Hiddenhausen können das 9000 Euro, verteilt auf sechs Jahre sein. Dort seien bereits 270 000 Euro Förderung geflossen, berichtet Böning, der mit den Hiddenhäusern in Kontakt steht. „Das Programm hat zu einer völlig neuen Siedlungs- und Baulandpolitik geführt“, so Böning. Seither würden kaum mehr Ausweisungen von Bauland auf der Grünen Wiese vorgenommen und auch innerörtlich deutlich weniger Bauplätze realisiert.

Übertragen auf Duderstädter Verhältnisse hinsichtlich der Einwohnerzahl, der demografischen Entwicklung und der Ausweisung von Baugebieten in den vergangenen Jahren könnten, falls das Programm umgesetzt werde, voraussichtlich rund 85 Objekte auf diese Weise vermittelt werden, schätzt Hermann Hesse, Vorsitzender des städtischen Stadtentwicklungsausschusses.

Klärungsbedarf

Auch nach Einführung des Förderprogrammes müsse nicht auf eine Neuausweisung von Baugebieten verzichtet werden, erklärt Wolfgang Hirschfeld (Grüne). „Entscheidend ist die Schonung von Wohnbauflächen.“ Entscheidend sei für ihn auch, dass in Hiddenhausen die Erfahrung gemacht worden sei, dass die Zahl der Zuzüge die der Wegzüge überstiegen habe: „Genau das wollen wir erreichen.“

Dennoch gibt es noch einigen Klärungsbedarf hinsichtlich „Jung kauft alt“. Gibt es beispielsweise eine Förderung, wenn die nachfolgende Generation eine Immobilie aus dem Besitz der Eltern oder Großeltern übernimmt? Welcher Aufwand besteht für die Verwaltung? Wie hoch sollte die Fördersumme sein, damit sie auch tatsächlich einen Anreiz darstellt? Und: „Können wir uns das überhaupt leisten“, formuliert Klaus Schaper (CDU) die wohl entscheidende Frage.

Derartige Fragen zu klären, wird jetzt Aufgabe der Verwaltung sein. Sie erhielt durch den Stadtentwicklungsausschuss den Auftrag, einen Richtlinienvorschlag zu erarbeiten. Außerdem soll sich der Finanzausschuss mit der Frage der Finanzierung beschäftigen. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung im Juni bereits Zustimmung signalisiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter