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Zweite Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt nach Germershausen

105 Zweiräder am Start Zweite Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt nach Germershausen

Doppelt so viele Biker wie bei der Erstauflage hat die Duderstädter Polizei am Sonntagnachmittag bei der zweiten Eichsfelder Motorradwallfahrt gezählt. 105 Zweiräder, viele doppelt besetzt, fuhren vom Höherberg über Etzelsbach nach Germershausen. Prominenter Mitfahrer war der evangelische Landesbischof Ralf Meister.

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Doppelt so viele Biker wie bei der Erstauflage hat die Duderstädter Polizei am Sonntagnachmittag bei der zweiten Eichsfelder Motorradwallfahrt gezählt.

Quelle: Müller

Germershausen. "Falten Sie um Himmels willen beim Fahren nicht die Hände!“, appellierte Propst Bernd Galluschke vor deren Aufbruch zur Eichsfeldrundfahrt scherzhaft an die Biker.

Jede Umdrehung des Rades solle ein Gebet darstellen, bei jeder sollten die Biker an jemanden denken. Bei 90 Kilometern Eichsfeld, die vor den Zweiradwallfahrern lagen, also viele Umdrehungen und Gedanken. Um Kirche einmal anders „er-fahrbar“ zu machen, auch für Kirchenferne, hatten sich Galluschke und Pfarrer Martin Karras 2014 für die erste Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt zusammengetan. 80 Teilnehmer fuhren damals mit.

 „Wir haben nicht den Anspruch, dass gleich Tausende mitmachen, wie in Hamburg oder Hannover“, so Galluschke. Als Mitglieder de Motorradfreunde Duderstadt ihn gefragt hätten, ob sie Biker-Kutten tragen dürften, habe er geantwortet: „Ich trage ja selbst Kutte, der da oben wird schon nichts dagegen haben.“

Dass Arbeit und Hobby zusammenpassen können, bestätigte auch Hauptkommissar Stefan Klingebiel: „Super Stimmung, tolles Wetter, keine Ausfälle.“ Ein Tag, nachdem Sturmtief „Zeljeko“ die Natur durchrüttelt hatte, starteten am Sonntag bei Sonnenschein 105 Motorräder, viele davon doppelt besetzt, an der „Wallfahrtskapelle zu den Vierzehn Heiligen Nothelfern“ auf dem Höherberg.

In Kolonne tourten sie durch das gesamte Eichsfeld bis hin zur Wallfahrtskirche Maria in der Wiese in Germershausen. „Der Wind in den Haaren, die Freiheit und der Austausch über Technik mit den Kumpels“, führte Ralf Meister in seiner Andacht aus, was ihm am Biken so gefalle. Zugleich gedachten Meister und die anderen Biker der ums Leben gekommenen Motorradfahrer.

Der Landesbischof mache öfter bei Motorradwallfahrten mit. In Hannover, in Berlin, in Lüneburg sei er überall dabei gewesen. Doch die Eichsfelder faszinierten ihn: „Mit welcher Selbstverständlichkeit hier geglaubt und gebetet wird, ist schon phänomenal.“ Und wenn es sein Zeitplan erlaube sei er, „na klar“, im kommenden Jahr wieder dabei.

Das richtige Maß für Geschwindigkeit suchten indes nicht nur Biker. Auch PS-starke Autos verleiteten zu oft dazu, zu rasen und andere zu gefährden. Das „innere Gefühl von Freiheit zu überschätzen“, warnte Pfarrer Matthias Kaminski am Sonntagabend an der Wallfahrtskapelle Höherberg.

Jedes Jahr um den 24. Juli findet am Wallfahrtsort eine Abendmesse zu Ehren des Heiligen Christophorus, des Schutzheiligen der Autofahrer, statt. Mehr Gottesdienstbesucher als die kleine Kapelle fassen konnte, kamen und ließen sich im Anschluss von Kaminski ihre Fahrzeuge segnen.

Von Gunnar Müller

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