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Umfrage: Stimmen zum vereinigten Eichsfeld

Landkreis-Zusammenlegung Umfrage: Stimmen zum vereinigten Eichsfeld

„Dieser Landkreis bleibt“ – die Aussage zum Thema Gebietsreform von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) beim vergangenen traditionellen Schlachteessen der Mittelstandsvereinigung (MIT) in Birkungen sehen viele Einwohner des Landkreises Eichsfeld als „Versprechen“.

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Vom Duderstädter Maler Fritz Röhling im Buswartehäuschen am Grenzlandmuseum verewigt: die landsmannschaftliche Einheit des über Jahrzehnte hinweg geteilten Eichsfelds.

Quelle: Schauenberg

Eichsfeld. Fraglich bleibt sowohl für Bürger als auch für Funktionäre, ob die Diskussion über eine Vereinigung des Eichsfeldes in Niedersachsen hiermit wirklich abgeschlossen ist.

Gerold Wucherpfennig (CDU) , Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld, lässt Zahlen sprechen. „Ich betrachte diese Diskussion eher sachlich als emotional“, gibt  das Mitglied des Thüringer Landtages eine persönliche Meinung nicht ab. Der Stellenwert des

Eichsfeldes in Thüringen, so Wucherpfennig, sei rein zahlenmäßig deutlich größer als in Niedersachsen.

Eichsfeldkreis in Thüringen wichtig

Betrachte man den  gesamten Freistaat Thüringen mit seinen rund 2,2 Millionen Einwohnern, so stellten die 105 000 Eichsfelder fünf Prozent der thüringischen Bevölkerung. Käme dieser Teil nun zu Niedersachsen, hätte das Bundesland im Gesamtverhältnis einen Bevölkerungsgewinn von einem Prozent, rechnet der HVE-Vorsitzende vor. „Thüringen hätte also einen hohen Verlust, Niedersachsen jedoch nur einen niedrigen Gewinn“, weiß Wucherpfennig, „es sind durchweg politische Entscheidungen. Die CDU hat zehn Prozent ihrer Wähler im Eichsfeld“.

Zwei Fragen müssen nach Meinung Wucherpfennigs gestellt werden: „Was wäre der Freistaat Thüringen ohne das Wahlverhalten der Eichsfelder?“ Denn laut Wucherpfennig sähe es für die Union schlecht aus. Die zweite Frage wäre: „Welcher Eichsfelder will in einem Großkreis Niedersachsen eine untergeordnete Rolle spielen, wenn er doch in Thüringen als so wichtig erscheint?“ Allein vor diesem Hintergrund blickt Wucherpfennig wertneutral und rational auf die Diskussion.

Helmut Mecke vom Duderstädter Mecke Verlag in der Christian-Blank-Straße ist Herausgeber der monatlichen Eichsfelder Heimatzeitschrift. „Ich habe den Eindruck, die Diskussion ist abgeschlossen“, meint der Verleger und Eichsfeld-Kenner. Aus seiner Sicht sei ein vereintes Eichsfeld jedoch wünschenswert. Für das Eichsfeld selber bliebe der Zustand jedoch unverändert.

„Das Eichsfeld wurde immer von Außen bestimmt, die Teilungen wurden immer von Fremden vorgenommen und von der Politik entschieden. Die Politik macht sowieso nicht das, was die Eichsfelder Bürger sich wünschen“, betont Mecke. In diesem Sinne greift der Duderstädter  die Thematik auch in seiner Zeitschrift auf und hat in der April-Ausgabe der Eichsfelder Heimatzeitschrift eine Volksbefragung zu diesem Thema angestoßen.

Grenzen in Köpfen verankert

Das Meinungsbild der Eichsfelder Bürger liege ihm sehr am Herzen. Unter dem Titel „Vereinigtes Eichsfeld? Mögen doch die Eichsfelder selbst entscheiden!“ nimmt Mecke Stellung zu der aktuellen Situation und führt Gründe für und gegen eine Vereinigung an. „Man müsste auf einen Nenner kommen“, weiß Mecke und sieht gleichzeitig doch „die Grenzen, die in den Köpfen der Eichsfelder verankert sind“.

Demgegenüber hättem sich Zeit und auch Menschen aber auch verändert. „Die verschiedenen Dialekte – Mundart im Obereichsfeld und Plattdeutsch im Untereichsfeld – sind die besten Beweise für zwei deutlich unterschiedliche Volksstämme“, führt Mecke an. Und auch mental gäbe es viele Unterschiede – trotz derer ein vereintes Eichsfeld unter der Mainzer Kurherrschaft rund 800 Jahre aber erstaunlich gut gegangen sei.

Von Helena Gries

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