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Umfrage zur neuen Promille-Grenze für Radfahrer

Alkohol am Lenker Umfrage zur neuen Promille-Grenze für Radfahrer

Mit dem Auto nach dem Kneipenabend bierselig nach Hause fahren? Auf vier Rädern kann das Vorhaben schnell ein Ende finden, ab einem Wert von 0,5 Promille Blutalkohol droht der Führerscheinentzug. Auf zwei Rädern sieht die Sache anders aus.

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Alkohol beeinflusst die Wahrnehmung: Eine verschwommene Sicht ist für Radfahrer im Straßenverkehr eine Gefahr.

Quelle: Dittmeyer

Eichsfeld. Radfahrer dürfen mit bis zu 1,6 Promille auf den Drahtesel steigen. Fallen sie nicht durch ihre Fahrweise auf und werden nicht in einen Unfall verwickeln, dürfen sie fünf bis sechs Biere getrunken haben, bevor sie in die Pedale treten – noch.

Am gestrigen Freitag haben sich die Innenminister von Bund und Ländern geeinigt, diesen Grenzwert deutlich absenken. Das Tageblatt hat dazu die Duderstädter Polizei, den Velo Club Eichsfeld und einen Wirt befragt.

Reinhard Kellner vom Amtsrichter in Gieboldehausen ist froh, dass viele seiner Gäste die Möglichkeit hätten, zu Fuß nach Hause zu gehen. „Es gibt auch kaum jemanden, der mit dem Rad kommt“, so Kellner.

Falls es aber einmal zu der Situation komme, dass ein Gast augenscheinlich über einem gewissen Pegel hinausgeschossen sei, werde sich selbstverständlich darum gekümmert, damit dieser sicher nach Hause komme, betont Kellner.

Das Fahrrad könne dann bei der Gastwirtschaft problemlos untergestellt werden.

„Wir rufen ein Taxi oder arrangieren, dass der Gast abgeholt wird. Das gehört einfach zur Gastronomie dazu“, so Kellner. Denn: „Ein betrunkener Radfahrer kann auch einem Fahrzeug die Vorfahrt nehmen und viel Schaden anrichten.“

Die Gesetzesinitiative der Innenministerkonferenz hält Kellner für eine gute Idee: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich es für sinnvoll halte, dass Fahrradfahrer unter 1,1 Promille bleiben. Das ist ein Gedanke für die Zukunft, der Positives bewegen würde.

Mit Schwips nicht mehr sicher unterwegs

Manfred Klingebiel, erster Vorsitzender des Velo Clubs Eichsfeld (VCE), befürwortet ebenfalls eine abgesenkte Promillegrenze für Zweiradfahrer. „Die sollen den Grenzwert ruhig absenken.

Es ist zwar von Mensch zu Mensch verschieden, wie man auf Alkohol reagiert, aber ich fahre viel Fahrrad und weiß, dass ich mit einem Schwips auch nicht mehr so sicher unterwegs wäre“, meint Klingebiel.

Wenn der VCE eine gemeinsame Tour unternehme, dann werde daher hauptsächlich Alkoholfreies getrunken oder allenfalls ein Alster. „Abends in die Kneipe gehen und danach Rad fahren, sollte man auf jeden Fall nicht machen.

Aber ich kann auch die Ausflugslokale verstehen, die gegen eine Verschärfung der Regeln sind, weil sie sich sagen, dann kommen ja noch nicht mal mehr die Radfahrer“, fügt Klingebiel hinzu.

Auf eine Bewertung des Gesetzesvorhabens will sich Horst Kanngießer von der Duderstädter Polizei nicht einlassen. „Das entscheiden die Gerichte“, meint der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes des Kommissariats.

„Eine grundsätzliche Sache ist jedoch, dass man unter Alkoholeinfluss weder Fahrrad fahren noch sonst ein Fahrzeug führen sollte“, so Kanngießer.

„Alkohol gehört nicht in den Bereich Straßenverkehr. Die Gefahren, so der Gieboldehäuser, seien einfach vorhanden, weil der Alkohol die Wahrnehmung beeinflusse.

Und auch wenn man mit dem Fahrrad unterwegs sei, könne eine Übertretung der Promillegrenze möglicherweise zum Führerscheinentzug führen, verweist er auf die Rechtslage.

Von Anna Kleimann

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