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Untergang katholischer Milieus

St.-Martinsempfang Untergang katholischer Milieus

„Das Zentrum der Heiligen Messe ist die Wandlung. Da sind sich alle Katholiken einig. Aber wehe jemand sagt, das s die Wandlung das zentrale Merkmal der Kirche sei.“ Christian Hennecke, Regens (Leiter) des Hildesheimer Priesterseminars, bringt die 100 Gäste in der Turnhalle der Germershäuser Bildungsstätte St. Martin zum Lachen. Die Dekanate Ober- und Untereichsfeld richten dort im November den St.-Martinsempfang für Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft aus.

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Martinsempfang in der Turnhalle der Bildungsstätte: Wandel ist das Thema des Vortrags von Christian Hennecke (am Pult).

Quelle: Schneemann

Germershausen. Vor 50 Jahren begann das Zerbrechen der katholischen Milieus in Deutschland, erklärt der Geistliche. Auch Katholiken praktizieren ihren Glauben seither nicht mehr unhinterfragt. Einige entscheiden sich nun ganz bewusst für den Glauben. Andere, die früher mitliefen, weil ein anderes Verhalten undenkbar war, kommen nun seltener in die Kirche oder bleiben ganz weg. Die zurückgehenden Mitgliederzahlen und damit der Zwang zu Strukturveränderungen wird von vielen als Krise wahrgenommen.

„Die ständigen Vergleiche mit früher verstellen aber den Blick auf das, was neu wächst“, warnt Hennecke. Viele Menschen in und außerhalb der Kirche bezeichnet er als „Pilger“, Menschen, die unterwegs sind und das Ziel oft nicht so genau kennen. Sie seien aber offen für Erfahrungen. Solche Pilger machten einen großen Teil der Weltjugendtagsteilnehmer aus. Es wäre falsch, die jungen Leute alle als fromme Katholiken zu sehen. Die traditionellen Milieus täten sich mit solchen Pilgern, die sich nicht festlegen wollten, schwer. „Wenn so ein Pilger dann eines Tages in der Kirche angekommen ist, hören die Probleme nicht auf“, meint der Theologe. Konvertiten seien oft besonders fromm. Sie empfänden das traditionelle Milieu als zu lau.

„In der aktuellen Diskussion geht es vor allem um Strukturfragen, etwa um Pfarrstellen oder Gemeindefusionen“, kritisiert Hennecke. Die Leute, die noch im katholischen Milieu verwurzelt seien, klagten über Mangel. Sie verteidigten Besitzstände. Es gäbe Schuldzuweisungen gegen Bischöfe und Priester.

Regens Hennecke warb eindringlich dafür, stattdessen danach zu fragen, wie Menschen heute ihren Glauben leben können. Es gehe um Partizipation. Jeder Christ habe mit der Taufe die Weihe des Priestertums aller Gläubigen empfangen. Jeder solle in der Kirche Aufgaben übernehmen. Die Strukturfragen seien sekundär, das viele Geld einem lebendigen Gemeindeleben eher abträglich. Der Regens bekommt für seinen Vortrag kräftigen Applaus.

Von Michael Caspar

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