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Vom Meisterhaus zum Schlichthaus

Obdachlosenasyl Vom Meisterhaus zum Schlichthaus

Zur Grundausstattung einer Stadt gehört neben Rathaus, Bauhof und Feuerwehr auch eine Einrichtung, die selten große Beachtung findet: das Obdachlosenasyl. Auch in Duderstadt besteht seit Jahr und Tag eine derartige Einrichtung, die hier allerdings den Namen Schlichthaus trägt - und so sieht es, zumindest im Inneren, auch aus. Eingerichtet ist dieses Schlichthaus im inzwischen grundsanierten, ehemaligen Meisterhaus der Ziegelei Bernhard an der Straße nach Tiftlingerode.

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Spiegel eines oft vergessenen Teils der Gesellschaft: Obdachlosenunterkunft am Ortsrand.

Quelle: Mischke

Eingerichtet wurde es vor rund einem Jahr, nachdem der Vorgängerbau auf dem ehemaligen Schlachthofgelände der Abrissbirne zum Opfer gefallen war. Es musste dem Ausbau des Feilenfabrik-Geländes weichen. Finanziell bedeutete die Neuausrichtung für die Stadt keinen Verlust, denn mit den Bauherren der Feilenfabrik hatte man sich im Vorfeld in Sachen Finanzen auf durchaus befriedigende Art und Weise geeinigt.

Zehn Einzelzimmer

Als Dauerwohnsitz genutzt wird das Schlichthaus in der Brehmestadt derzeit von zwei langjährig Obdachlosen, die dort zwei Zimmer gemietet haben, für die sie selbst je rund 250 Euro pro Monat bezahlen müssen. Insgesamt stehen im Haus neben zehn Einzelzimmern auch Küche und Bad zur Verfügung, die Aufsicht hat Marktmeister und Obdachlosenbetreuer Harald Haase. Er kennt die Probleme der Obdachlosen und weiß mit ihnen umzugehen, manchmal kann er auch in schwierigen Lagen helfen und als Mitarbeiter der Stadtverwaltung gute Ratschläge geben, die zumeist gern angenommen werden.

Dass im Schlichthaus immerhin zehn Zimmer zur Verfügung stehen, klingt ein wenig überproportioniert, erklärt sich aber aus der Verpflichtung der Stadt, plötzlich – beispielsweise durch einen Brand – obdachlos gewordene Menschen vernünftig unterzubringen. Das kann dann vielleicht eine mehrköpfige Familie sein, für die entsprechende Räume zur Verfügung stehen müssen.

Tagesgeld vom Amt

Nicht zu vergessen sind auch diejenigen unter den Obdachlosen, die sich nicht an einen Ort gebunden fühlen, sondern lieber „ auf der Walz“ durch die Lande ziehen. Sie melden sich auf ihren Stationen in den Sozialämtern, erhalten dort eine Art Tagesgeld, übernachten gern im Schlichthaus und ziehen dann am nächsten Tag weiter, wohin immer ihr Weg sie leitet. So gibt es über das im Bewusstsein vieler Bürger kaum verankerte Schlichthaus als städtische Einrichtung wenig Spektakuläres zu berichten. Das Schlichthaus ist aber im vielfältigen Bereich der sozialen Einrichtungen ein hilfreicher und unverzichtbarer Faktor.

Von Sebastian Rübbert

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