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Vom Volksempfänger zum i-pod

Erzählcafé Vom Volksempfänger zum i-pod

Eine Traditionsveranstaltung ist das Erzählcafé im Seniorenheim St. Martini. Diesmal gab das Motto „Vom Volksempfänger zum i-pod“ Anlass zu Berichten aus vergangenen Tagen und rief gleichzeitig Verwunderung und Staunen über heutige Kommunikationstechniken hervor.

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„So klingt ein Grammophon“: Sigrid Jacobi führt im Bilshäuser Erzählcafé Geräte aus alten Zeiten vor.

Quelle: Mischke

Als Sigrid Jacobi als Leiterin des Erzählcafés uralte Telefone mit Wählscheibe und schwergewichtige Radioapparate in der Mitte des Saales aufstellte, ging schon manches Schmunzeln über die Gesichter der zahlreich erschienenen Bewohner und Gäste des Seniorenheims. Als Kraftakt erwies sich das Ankurbeln des Grammophons, das daraufhin einen knarzigen Walzer aus dem Trichter ertönen ließ. 

Allerdings kannten nicht viele der Besucher ein eigenes Grammophon aus Kindertagen. Auch ein Radio war bestenfalls nach dem Krieg denkbar, und selbst da noch Luxus. So habe man in Wirtschaftswunderzeiten lieber in eine Waschmaschine und eine Wäscheschleuder investiert, erinnerten sich die Besucher. Wer im Krieg bereits ein Radio besaß, musste vorsichtig sein und durfte sich nicht beim Hören der sogenannten Schwarzsender erwischen lassen. Auch Erinnerungen aus Kindertagen wurden wach: So hatte eine Mutter in Kriegszeiten darauf hingewiesen, den Schwarzsender leiser zu stellen. Eine andere hatte Angst um ihre Kinder, die nun wußten, dass deutsche Schiffe versenkt worden waren und das irgendwo ausplaudern könnten. 

Jacobis Vergleich mit den heutigen Möglichkeiten, die beispielsweise i-pod und Internet bieten, verursachte bei einigen Gästen ungläubiges Kopfschütteln.

Telefon beim Bürgermeister

Auch hatten bis in die 70-er Jahre hinein nur Wenige ein Telefon im Haus. „Zum Telefonieren gingen wir zum Bürgermeister“, wußten die alten Bilshäuser. Oder aber in die Zigarrenfabrik, die es in der Kindheit von Ortsbürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU) in Bilshausen noch gab. 

Dass man heute mit seinem Telefon sein Neugeborenes fotografieren und das Bild binnen Minuten der ganzen Welt via Internet verfügbar machen könne, sei eigentlich kaum vorstellbar, so Jacobi.

Belustigung riefen Erinnerungen an telefonlose Zeiten wach, als eine Frau in den Wehen lag und der Ehegatte mit dem Fahrrad losrasen musste, um die Hebamme auf der Lenkstange zu ihrem Arbeitseinsatz zu bringen. Wenn dann auch noch die Kette des Vehikels absprang, war es nur der guten Kondition der Hebamme zu verdanken, die werdende Mutter rechtzeitig zu unterstützen. Heute reicht ein Anruf mit dem Handy, um Hebammen und Ärzte in Bewegung zu setzen.

Jacobi bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die Jugendlichen, die ihr zugesagt hatten, die neuesten kommunikationstechnischen Errungenschaften der älteren Generation im Erzählcafé vorzustellen, zu diesem Treffen nicht erschienen sind. 

                                                                                                                Von Claudia Nachtwey

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