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Von Spitzenhäubchen bis zu Strumpfhaltern

Erzählcafé in Bilshausen Von Spitzenhäubchen bis zu Strumpfhaltern

Zur mittlerweile 30. Auflage des Bilshäuser „Erzählcafés“ haben sich am vergangenen Donnerstag erzählfreudige Eichsfelder im Haus St. Martinus getroffen. Bei Kaffee, Mohnkuchen und Donauwellen debattierten die Teilnehmer über das Thema „Kleider machen Leute – Kleider erzählen Geschichten“ und tauschten Erinnerungen an Mode, Trends und frühere Besonderheiten aus.

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Generationsaustausch: Sigrid Jacobi und Pfarrer Michael Lerche führen Schätze aus ihrem Kleiderfundus vor.

Quelle: Lüder

Bilshausen. Sigrid Jacobi, Initiatorin und Moderatorin der Veranstaltungsreihe, freute sich über die mitgebrachten Schätze aus den heimischen Kleidersammlungen der Teilnehmer und gewährte einen Einblick in ihren eigenen Kleiderschrank. Dabei kam nicht nur ein pinkes Umstandskleid mit weißem Bubikragen, sondern auch ihr Brautkleid zum Vorschein, das  einige Anpassungen an Zeit und Trend durchlebte. „Als ich mein Brautkleid in München erwarb, war es noch strahlend weiß, nach der Hochzeit wollte ich es allerdings noch einmal tragen, färbte es deshalb schwarz und entfärbte es später wieder. Heute ist es rot“, lacht sie.

Andere Gäste ließen die Zuschauer ebenfalls an ihrem Mode-Repertoire teilhaben und brachten Lederhosen, Strumpfhalter oder auch das erste Ballkleid  mit, wie Christel Peter. „Mein liebstes Kleid schenkte mir mein damaliger Freund in den 70er-Jahren zu einem Ball, den wir gemeinsam besuchten. Heute ist er mein Ehemann“, schmunzelte die Bilshäuserin.

Auch Pfarrer Michael Lerche präsentierte ein Stück aus seinem Fundus, an das sich einige Teilnehmer  erinnerten: ein violettes Priestergewand aus den 50er-Jahren. Als Jacobi einen  Frack aus ihrer Schatzkiste zeigte, bot  sich Lerche bereitwillig an, das teure Stück vorzuführen und schritt unter  zustimmendem Gemurmel durch den Saal, der schnell zu einem Laufsteg umfunktioniert wurde.

Als die Talkrunde auf die früher beliebten Nylonstrümpfe zu sprechen kam, erzählte Schneidermeister Bernhard Jünemann von seiner Schwester, der bei einem Unfall die teuren Strümpfe rissen: „Damals waren Nylonstrümpfe so kostbar, dass meine Schwester weinte, als sie zerrissen“. Jünemann  zeigte außerdem ein schwarzes, handgearbeitetes Spitzenkleid seiner Großmutter und das passende Häubchen aus dem 19. Jahrhundert. „Damals trugen Bräute schwarz“, warf Moderatorin Jacobi unter Staunen der Jüngeren ein, die sich eine Hochzeit in Schwarz nicht vorstellen können.

Zum Ausklang des bunten Nachmittags trug Jacobi das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ vor. Das Ziel der Veranstaltungsreihe, den  Austausch zwischen Generationen zu fördern, ist dem jüngsten Erzählcafé durch das gemeinsame Erinnern modischer Anekdoten geglückt.

Von Elisa von Hof

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