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Wagenführ beim Kolping-Seniorenstammtisch in Duderstadt

Zeitzeuge der Wende Wagenführ beim Kolping-Seniorenstammtisch in Duderstadt

Ein Zeitzeuge der Wendezeit berichtete beim Kolping-Seniorenstammtisch von den Ereignissen in den Jahren 1989 und 1990. Pfarrer Karl-Josef Wagenführ war seit 1980 als Priester im Obereichsfeld tätig und erlebte hautnah den Fall des Eisernen Vorhangs und die Wiedervereinigung.

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Quelle: Mischke (Symbolbild)

Duderstadt. 130 Teilnehmer aus 18 Kolpingsfamilien waren dazu ins Kolping-Ferienparadies Pferdeberg gekommen.

Wagenführ erzählte von seinen persönlichen Erlebnissen als Kaplan in der DDR. Bis 1988 übte er dieses Amt aus, bevor er aufgrund einer Krankheit zum Rentner erklärt wurde. Das ermöglichte ihm damals, aus der DDR aus- und wieder einzureisen und Kontakte in Duderstadt zu knüpfen, die bis heute fortbestehen.

Wagenführ

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Der heutige Seelsorger der Landespolizei Thüringen und Pfarrer in Birkungen legte bei seinem Bericht den Schwerpunkt auf die Wochen im Herbst 1989, in denen die Montagsdemos von Leipzig aus auch auf Orte im Obereichsfeld übergriffen. Wagenführ erzählte, wie er die Freiheitsbestrebungen unterstütze.

So habe er montagabends Gottesdienste abgehalten und dabei das Mikrofon Rednern zur Verfügung gestellt habe. Auf diesem Wege seien Forderungen an die politischen Verantwortlichen öffentlich geworden. Diese Montagsgebete seien bis zu den Wahlen fortgeführt worden.

Komplexe Situation der Wendezeit

Die Auflösung des DDR-Regimes verfolgte Wagenführ aus der Nähe. Er war als Vertreter der Kirche Zeuge der Auflösung des Waffenlagers der Staatssicherheit (Stasi) in Worbis. Auch die Übergabe der Stasi-Gebäude im Landkreis Worbis kurz vor Weihnachten 1989 habe er begleitet, berichtete der Pfarrer.

Nach der Öffnung der Stasi-Archive habe er auf einen Einblick in die eigenen Stasi-Akte verzichtet. Er habe erlebt, wie viele ehemalige DDR-Bürger nach einem solchen Aktenstudium  entsetzt gewesen seien über Freunde und Bekannte, die sich als Spitzel erwiesen hätten.

Er aber habe sich weiter in seinem Umfeld bewegen wollen und deshalb auf die Akteneinsicht verzichtet, verdeutlichte Wagenführ den Zuhörern die komplexe Situation der Wendezeit.

Die Kolping-Senioren verfolgten seine Ausführungen gespannt. Günter Goldmann, Organisator des Stammtischs, dankte Pfarrer Wagenführ unter dem Applaus der Teilnehmer für seinen Bericht.

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