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Wegen eisiger Temperaturen 90 Prozent weniger Umsatz

Frühlingsblüher wandern in den Müll Wegen eisiger Temperaturen 90 Prozent weniger Umsatz

Während der lange Winter einigen Geschäftsleuten bisher noch wenig ausmacht, leiden andere ganz besonders unter den frostigen Temperaturen – wie beispielsweise die Blumenhändler.

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Tobias Manegold am Heizstrahler: „Frühblüher-Saison ist dieses Jahr ein schlechtes Geschäft.“

Quelle: Walliser

Duderstadt. Dabei leuchtet es schon überall in lachs und gelb, in royalblau und sattgrün: In den Eichsfelder Bekleidungsgeschäften ist der Frühling schon vor Wochen eingetroffen. Aber haben die Kunden überhaupt Lust auf Sommerware, wenn die notwendigsten Kleidungsstücke momentan dicke Jacken und Wollmützen sind?

„Die Kundinnen sind froh, dass endlich etwas anderes angeboten wird als dicke Winterware“, sagt Eva Dietrich von CBR Companies in Duderstadt. Höhere Temperaturen bräuchte es nicht unbedingt, „gekauft wird auch, wenn die Wintersonne scheint“. Jürgen Grollmisch , Inhaber der Boutique 4fashion, hofft dagegen dringend auf Frühling: „Der bisherige Umsatz hinkt dem aus dem vergangenen Jahr deutlich hinterher.

Damals hatten wir bereits 20 Grad plus im März.“ Die farbenfrohe Sommerkollektion locke zwar Kunden an, vielfach werde aber nur geschaut. „Ich gehe davon aus, dass sich bei frühlingshaften Wetter der Umsatz wieder normalisiert“, betont Grollmisch.

Für Blumenhändler eine Katastrophe

Während der Bekleidungseinzelhandel die eisigen Temperaturen aussitzen kann und die Sommerware einfach im Angebot hält, ist der Dauerfrost für hiesige Gärtnereien und Blumengeschäfte „eine Katastrophe“. „Meist ist der Winter spätestens Anfang März vorbei ist“, sagt Tobias Manegold von der gleichnamigen Gärtnerei in Seulingen.

Dann beginne normalerweise die Frühblühersaison, die dieses Jahr größtenteils ausfalle: „In der Branche spricht man von Umsatzrückgängen bis zu 90 Prozent.“ Containerweise wandere vorproduzierte, aber nicht abgesetzte Ware in den Müll als Folge der Wetterabhängigkeit des Geschäfts. Dass die Preise für Frühblüher infolge des Winters sinken, kann die Kunden auch nicht recht freuen, denn wegen des gefrorenen Bodens muss auch der eifrigste Hobbygärtner auf wärmere Temperaturen warten.

„Zum Glück habe ich meine Stammkunden, die sich Sträuße und Gestecke als Seelenwärmer kaufen“, sagt Katharina Goldmann . Die Floristin und Inhaberin des Blumengeschäfts „Blümchen“  in Duderstadt hat ansonsten nur zwei Worte für die diesjährige Frühblühersaison übrig: „Sehr schlecht.“

Noch deutlicher wird Marita Hesse aus Ecklingerode, die seit Jahren mit Gemüse und Blumen auf den Duderstädter Wochenmarkt kommt: „So ein kaltes Frühjahr habe ich noch nicht erlebt. Und die Heizkosten sind dreimal so hoch wie sonst.“

Birgit Freudenthal

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