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Weltgebetstag der Frauen: Es geht um Frankreich

Vorbereitungen im Eichsfeld Weltgebetstag der Frauen: Es geht um Frankreich

„Frankreich, das Land kenne ich“, hat Claudia Edelmann, die Pastorin von Hilkerode und Duderstadt, immer gedacht. Sie spricht Französisch und hat mit ihrer Familie oft in Frankreich Urlaub gemacht. Während der Vorbereitung des diesjährigen Weltgebetstag der Frauen lernte sie nun lauter unbekannte Seiten des Landes kennen.

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Das Motiv zur diesjährigen Veranstaltung: Anne-Lise Hammann Jeannot hat es geschaffen.

Quelle: WGT

Eichsfeld. Das fängt mit dem Christentum an. Im katholischen Frankreich, das sich stolz als „älteste Tochter Roms“ bezeichnet, sind längst nicht alle Menschen katholisch. Wie viele der insgesamt 62 Millionen Franzosen dieser Religion anhängen, ist nicht ganz klar. In den Unterlagen des Weltgebetstags ist von „mehr als 50 Prozent“ die Rede. Das Internetlexikon Wikipedia gibt den Anteil der Katholiken an der Bevölkerung für das Jahr 2004 mit 75 Prozent an. Von den Mitgliedern erscheinen wie in Deutschland nur zehn Prozent regelmäßig zum Gottesdienst.

Evangelische Christen gibt es kaum. Die 350 000 Reformierten in der Tradition von Johannes Calvin und die 210 000 Lutheraner machen zusammen nicht einmal einen Prozent der Bevölkerung aus. Das hat geschichtliche Gründe. Die französischen Protestanten wurden lange blutig verfolgt. Viele der sogenannten Hugenotten fanden in Deutschland Asyl.

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Zahl der Muslime in die Höhe geschossen. Die Zahlenangaben schwanken. Es werden zwischen vier und sechs Millionen Menschen sein, also an die zehn Prozent der Einwohner. In Deutschland sind es fünf Prozent. Eine Besonderheit Frankreichs ist der strenge Laizismus, die Trennung von Staat und Kirche.

Auch die katholische Frauenseelsorgerin im Untereichsfeld, Bea Michels , hat ihr Bild von Frankreich korrigiert. „Uns Deutschen erscheinen die schicken Französinnen so emanzipiert, das ist aber nur die Hälfte der Wahrheit“, berichtet sie. Auf der einen Seite sind in Frankreich 80 Prozent der Frauen zwischen 25 und 49 Jahren berufstätig. Es gibt ein vorbildliches System mit Kleinkinderbetreuung und Ganztagsschulen. Auf der anderen Seite arbeiten viele Frauen wie in Deutschland nur Teilzeit. Vor allem wenn sie mehrere Kinder haben, was in Frankreich häufig der Fall ist, bleiben sie zuhause.

Ein großes Thema in Frankreich ist die Zuwanderung . „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“, lautet das Motto des Weltgebetstag. Frankreich besaß bis in die 60er-Jahre ein großes Kolonialreich. Bis heute gibt es französische Territorien in der Karibik und im Indischen Ozean, die sogenannten Übersee-Départements, deren Bewohner die französische Staatsangehörigkeit besitzen. Von dort und aus den ehemaligen Kolonien strömen Menschen nach Frankreich. Prozentual gesehen liegt der Anteil der Migranten höher als in Deutschland.

Nicht alle Festland-Franzosen begrüßen die Zuwanderer mit offenen Armen. Es gibt Ausgrenzung. Die Migranten leben häufig in Hochhausblocks der Vorstädte. Das Bildungsniveau ist nicht selten niedrig. Daher werden die Zuwanderer von der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen. Zornige, junge Männer ohne Perspektive lassen ihrer Wut immer mal wieder freien Lauf. Sie zünden Autos an und plündern Supermärkte. Edelmann: „Wir Christen haben einen klaren biblischen Auftrag, Gastgeber zu sein.“

Die Pastorin schätzt den Weltgebetstag sehr . „Für mich zählen die Gottesdienste zu den schönsten und spannendsten im Jahr“, schwärmt sie. In Duderstadt übt in diesem Jahr ein Projektchor die französischen Lieder ein. Oft wird in der Kirche getanzt. Ebenfalls begeistert ist Frauenseelsorgerin Michels: „Wir können diese Gottesdienst kreativ gestalten. Kein Mann redet uns herein.“ 

Auch das Essen kommt nicht zu kurz. Dieses Jahr servieren viele Vorbereitungsteams Baguette und Käse. Andere bereiten Quiche oder Couscous zu. Sogar Gugelhupf bekam Michels schon vorgesetzt, Elsässer Hefekuchen mit Rosinen.

Gebetsgottesdienste im Eichsfeld

Der Weltgebetstag der Frauen wird am Freitag, 1. März, in vielen Orten im Eichsfeld mit ökumenischen Gottesdiensten begangen. Oft gibt es im Anschluss französische Spezialitäten.

 
Bilshausen : Der ökumenische Arbeitskreis richtet die Feier um 19 Uhr in der evangelischen Paulus-Kirche aus. Anschließend trinken die Teilnehmerinnen gemeinsam Kaffee.

Bodensee : Die Katholikinnen in Bodensee feiern um 19 Uhr in der Kirche.

Breitenworbis : Die Frauen aus Obernfeld nehmen am Weltgebetstag in Breitenworbis teil. Abfahrt am Krugplatz ist um 15.45 Uhr.

Duderstadt : Christinnen treffen sich um 19 Uhr in der evangelischen Kirche St. Servatius. Anschließend ist ein Beisammensein mit Mitbring-Büfett im Gemeindehaus neben der Kirche, Haberstraße 7.

Germershausen : Die Frauen aus Bernshausen, Rollshausen und Germershausen feiern den Wortgottesdienst um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche. Anschließend ist eine Begegnung in der Bildungsstätte, Klosterstraße 28, bei der französische Speisen gereicht werden.

Gieboldehausen : Der Gottesdienst ist um 19 Uhr im katholischen Pfarrheim.

Hilkerode : Die Katholischen Frauengemeinschaften der Seelsorgeeinheit Rhumspringe richten die Veranstaltung gemeinsam mit der evangelischen Frauengruppe aus. Die Christinnen kommen um 19 Uhr in der evangelischen Kirche Heilig Geist zusammen. Im Anschluss gibt es unter anderem das nordafrikanische Weizengrießgericht Couscous.

Langenhagen : Der Frauenbund organisiert die Feier um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche in Langenhagen für die Seelsorgeeinheit Fuhrbach.

Lindau : Katholikinnen und Lutheranerinnen feiern um 19 Uhr im katholischen Pfarrheim.

Nesselröden : Die Feier beginnt um 14.30 Uhr im Bürgerhaus.

Sattenhausen : Die Frauen aus Desingerode und Esplingerode feiern den Weltgebetstag um 19 Uhr in der reformierten Kirche in Sattenhausen. Abfahrt in Esplingerode, Zur Linde, Esplingeröder Straße 20, um 18.30 Uhr.

Seulingen : Die Frauen aus Seulingen feiern den Weltgebetstag als einzige bereits am Donnerstag, 28. Februar, um 19 Uhr.

Tiftlingerode : Der Wortgottesdienst zum Weltgebetstag beginnt um 16 Uhr.

Westerode : Die Katholische Frauengemeinschaft organisiert die Feier um 19 Uhr in der Westeröder Kirche. Es schließt sich ein Beisammensein im Pfarrheim an. mic

Von Michael Caspar

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