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Wirtschaftsbetriebe: Einstieg der Harz-Energie

Geschäftsabschluss zeichnet sich ab Wirtschaftsbetriebe: Einstieg der Harz-Energie

Der Einstieg des Osteröder Energieunternehmens Harz-Energie beim Duderstädter Versorger Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) rückt näher.

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Geschäft mit zwei Richtungen: Anteile einer Tochter der Eichsfelder Wirtschaftbetriebe gehen an die Harz-Energie, Anteile des Osteröder Versorgers kommen dafür zur EWB am Euzenberg.

Quelle: AT

Der Duderstädter Rat stimmte für die Übertragung von Unternehmensanteilen. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) soll die Verhandlungen fortsetzen. Es geht noch um Details eines komplexen Tauschgeschäfts.

Das beruht auf zwei Bedingungen: Vertragspartner der Harz-Energie sind die EWB, nicht die Stadt Duderstadt. Und vollzogen wird der Einstieg der Osteröder durch Anteilstausch, nicht durch Kauf. Auf dieser Grundlage stellt sich die Transaktion folgendermaßen dar: Die EWB übergeben der Harz-Energie 25,1 Prozent der Anteile ihrer derzeit noch 100-prozentigen Tochter EEW. Im Gegenzug erhalten die EWB 0,9 Prozent der Anteile an der Harz-Energie.

Die Folgen dieses Geschäfts: Die Eigentumsverhältnisse bei den EWB bleiben unverändert, Gesellschafter bleiben die Stadt Duderstadt (77,17 Prozent) sowie die Samtgemeinden Gieboldehausen (18,9) und Radolfshausen (3,93). EWB und Harz-Energie betreiben künftig über die EEW gemeinsam das Geschäft mit Strom und Wasser. Davon unberührt bleibt der Betrieb der Duderstädter Bäder, der von der zweiten EWB-Tochter EBB geleistet wird.

Man musste in der Ratssitzung schon sehr genau hinhören, um aus den Ausführungen der Stadtspitze die Umrisse dieser Transaktion erkennen zu können. Klar benannt wurde der Inhalt der Verhandlungen nicht. Dabei hatte zu Beginn der Debatte Thomas Linkhorst (FDP) festgestellt, er sehe ein von dieser Ungewissheit gespeistes Misstrauen in der Öffentlichkeit und auch ihm selbst sei vieles nicht klar. Konkrete Kritik an der Verhandlungsführung der Stadt übte die SPD.

Linkhorst konzentrierte sich bei seinen Nachfragen auf die Sicherheit der EWB-Arbeitsplätze und des Standorts Duderstadt. „Der Standort der EWB steht im Mittelpunkt. Die Sicherheit der Arbeitsplätze ist festgeschrieben, eigenständige Geschäftsführung ist festgeschrieben“, antwortete Nolte. Das alles werde bei Unterschrift Gegenstand des Vertrages. Tatsächlich sind diese Zusicherungen im Entwurf des Zusammenarbeitsvertrags, der dem Tageblatt vorliegt, ausdrücklich genannt, Kündigungen ausgeschlossen.

Matthias Schenke (SPD) würdigte diese Punkte dennoch kritisch. „Die Arbeitsplätze in Duderstadt sind aktuell sicher, aber nicht auf Dauer.“ Er berief sich darauf, dass es Nachbesetzungen wohl nicht geben werde. Tatsächlich enthält der Entwurf für den Zusammenarbeitsvertrag den Hinweis, durch Vermeidung der Wiederbesetzung von Stellen sei die Anzahl der Vollzeitkräfte mittelfristig „neu auszurichten”. Derzeit hat die EEW rund 40 Mitarbeiter.
In seiner Bewertung der Transaktion setzte Schenke erwartete finanzielle Gewinne in Relation zu dem von ihm prognostizierten langfristigen Verlust von Arbeitsplätzen. Ein um 70 000 Euro besseres Geschäftsergebnis hätte die EWB bei Umsetzung des Tauschgeschäfts, berief sich Schenke auf eine Modellrechnung für 2010. „Es würden 70 000 Euro gewonnen, Arbeitsplätze abgegeben, das Saldo ist negativ”, so der Sozialdemokrat: „Unter dem Strich ist das Ergebnis mager.“

„Ich glaube schon, dass wir ordentlich verhandelt haben“, entgegnete Nolte. Er wurde gestützt durch Lothar Koch (CDU). Er sei Nolte dankbar „in unendlichen Stunden“ dieses Ergebnis erzielt zu haben: „Um Arbeitsplätze ist sich gekümmert worden auf Biegen und Brechen.“ Josef Nolte (CDU) reagierte gereizt auf Schenkes Vorhaltungen. Ihn störe es sehr, wenn Schenke es so darstelle, „als würde dieser Schritt für 70 000 Euro vollzogen”. Grund für die Aufnahme der Verhandlungen sei gewesen, neue gesetzliche Regelungen schultern zu können, erklärte der Ratsvorsitzende. Grünen-Ratsherr Hans-Georg Schwedhelm bezeichnete das Tauschmodell als „logisch und nachvollziehbar“ und erklärte: „Ich würde es als hochgradig unkollegial betrachten, wenn die SPD das ablehnt.“ Die Zustimmung der SPD zur Fortführung der Verhandlungen sei nicht in Abrede gestellt, stellte Schenke klar. Er habe lediglich kritische Anmerkungen gemacht. Das Votum für den Beschlussvorschlag, nach dem der Rat das vorgestellte Modell zur Kenntnis nimmt und den Bürgermeister bittet, auf dieser Basis die Verhandlungen fortzusetzen, war einstimmig.

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