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Wunsch wird wahr: Whisky aus Worbis

Brauerei Neunspringe Wunsch wird wahr: Whisky aus Worbis

Was ist typisch für das Eichsfeld? Was nehmen Touristen als Erinnerung mit? Auf diese Fragen fiel Bernd Ehbrecht, Geschäftsführer der Brauerei Neunspringe, nur eine Antwort ein: „Wurst“. Dem soll jetzt entgegengewirkt werden, und zwar mit der Umsetzung einer Idee, die Ehbrecht vor 20 Jahren in Schottland hatte und die zum Wunsch wurde: der Herstellung von eigenem Eichsfelder Whisky.

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Stolz präsentiert Geschäftsführer Bernd Ehbrecht (links) mit Brennmeister Tobias Düppetell die neue Destillationsanlage.

Quelle: Schauenberg

Worbis. Seit dem 14. März läuft die Brennerei-Anlage. Alle behördlichen Auflagen sind erfüllt, der Zoll hat die Anlage abgenommen, am Dienstag folgte nun die Freigabe. Seitdem läuft die Whisky-Herstellung. Es sei gar nicht so abwegig, dass in einer Bier-Brauerei auch Whisky hergestellt werde, denn die Rohstoffe unterschieden sich nur in einem: „Statt Hopfen enthält die Maische zur Whisky-Herstellung Malz“, erklärt Ehbrecht.

Der Herstellungsprozess allerdings ist langwierig. Die Maische aus Gerstenmalz und Wasser wird mit Hefe zur Gärung gebracht. Sie fließt in den doppelwandigen Brennkessel, zwischen dessen Wänden sich heißer Dampf befindet, der die Maische erhitzt. Der Alkohol steigt nach oben, bleibt an den Bullaugen der Kupferglocke über dem Brennkessel hängen und tropft wieder in die Maische. „Bis zu fünfmal wird der Alkohol gebrannt, damit er rein ist“, erläutert Ehbrecht den Destillationsvorgang, der die Giftstoffe separiert.

In den Auffangtopf neben der Destillationsanlage tropft der  „Roh-Whisky“, hochprozentiger Alkohol. Bei jedem Brennen werden 40 bis 45 Liter hiervon gewonnen. Das Brennen stelle bereits die Weichen für den Geschmack, die Malzsorte, unter strenger Rezeptur, sorge für die Feinheit des Brandes, erläutert Ehbrecht. Anschließend kommt das Produkt in Holzfässer, in denen es drei Jahre und einen Tag gelagert wird. Dies sei ausschlaggebend für den endgültigen Geschmack. „Wir wollen ein hochwertiges Produkt herstellen, zwei Sorten sind geplant.“

Ziel ist ein Whisky, der  nicht wie ein Schottischer Whisky rauchig, sondern – so Ehbrechts Vorstellungen – fruchtig schmecken soll. Was vorher in den Fässern gelagert wurde, aus deren Holz der Whisky seine Aromen zieht, beeinflusst den Geschmack. „Der Alkohol bewegt sich im Holzfass und zieht in dessen Wände“, erklärt Ehbrecht. Sein Whisky wird in früheren Cherry- und Bourbon-Whisky-Fässern gelagert. Hierfür wird eigens ein Lagerraum angebaut.

Am 27. März 2016 soll der erste Eichsfelder Whisky verkaufsfertig sein. Unter dem Namen „The Nine Springs Single Malt Whisky“ soll das Produkt in Supermärkten, im Internet und in überregionalen Whisky-Shops vertrieben werden. „Mit dem Namen soll deutlich werden, dass der Whisky aus dem Eichsfeld kommt und einzig hier hergestellt wird“, betont Ehbrecht.

Der Spruch „taste the heart of germany“ , zu Deutsch: „Schmecke das Herz Deutschlands“, auf dem Etikett soll dies zusätzlich zum Ausdruck bringen. Ehbrecht: „Whisky ist was fürs Herz, den Mittelpunkt des Körpers. Und das Eichsfeld gilt als das Herz Deutschlands“.

Von Helena Gries

So soll er aussehen: Entwurf für Etiketten und Verpackung des Whiskys. IS

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