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Zwei Jahre Familienbündnis

Licht und Schatten Zwei Jahre Familienbündnis

Vor zwei Jahren hat sich in Katlenburg-Lindau das 69. niedersächsische Bündnis für Familien gebildet. Im Juli 2008 wurde in der Reithalle auf der Katlenburg mit rund 60 Personen nicht nur der Grundstein für das Bündnis gelegt, es wurden auch umgehend Aufgaben für die Themen „Vereinbarkeit Familie/Beruf“, „Arbeit mit Jugendlichen“ und „Unterstützung der älteren Generation“ an die freiwilligen Helfer verteilt.

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Unterstützung für Senioren: Auch das Thema Versorgung und Einkauf im Alter findet im Lokalen Bündnis Raum.

Quelle: Pförtner

Die Bilanz nach zwei Jahren ist gemischt. Seit Gründung hat es für das Bündnis Rückschläge, aber auch ermutigende Erfolge gegeben.

Nach ersten Workshops, in denen eine Prioritätenliste abgearbeitet wurde, war zunächst nur geringe Bereitschaft an der freiwilligen Arbeit vorhanden. Um zielgerichtete Angebote organisieren zu können, erarbeiteten die Mitglieder des Bündnisses einen Fragebogen. So sollte sondiert werden, welche Probleme den Menschen unter den Nägeln brennen. „Als größtes Anliegen wurde die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in vielen Orten angegeben“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde und Koordinatorin des Bündnisses, Brigitte Freitag.

Um das Problem zu lösen, wurde kurz darauf das Projekt „Flotte Tasche“, in dem Interessierte durch einen Fahrdienst zum Supermarkt gelangen konnten, ins Leben gerufen. Die Fahrzeuge, die von der Firma Riemer zur Verfügung gestellt wurden, holten Bürger an vorher vereinbarten Plätzen ab und brachten sie samt Einkäufe auf der Rücktour bis in die eigene Wohnung. So entstand ein wöchentlicher Fahrdienst, der sich durch Spenden organisieren ließ.
„Allerdings gab es nach einiger Zeit aufgrund des Linienverkehrs Probleme mit dem Landkreis“, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte. „So gab es im August 2009 die Einigung auf eine sechswöchige Genehmigung des Fahrdienstes.“ Dennoch sei das Projekt auf geringe Resonanz gestoßen. Deshalb sollten sich in der Folge Interessierte direkt an die Firma Riemer wenden. „Es hat sich bis jetzt noch niemand wieder gemeldet“, erzählt Freitag, doch enttäuscht. „Die intensive Arbeit hat sich nicht rentiert.“ Doch davon lässt sie sich nicht entmutigen.

Um auch Jugendliche zu unterstützen, wurde kurz darauf das Projekt „Berufsfördernder Unterricht“ ins Leben gerufen. Rolf Ahrens hatte sich dazu bereiterklärt, Acht- und Neuntklässler der Hauptschule durch zielorientierten Unterricht auf ein Schulpraktikum vorzubereiten. „Von 34 Praktikanten durften durch die intensive Vorbereitung sogar 20 Schüler eine weitere Ausbildung in der Firma absolvieren“, freut sich Freitag. Zudem sei nach kurzer Zeit das Schülerunternehmen „Karo“ gegründet worden. In der Jugendfirma sollten Schüler Betriebsabläufe kennenlernen und selbstständig für die Entwicklung von Produkten sorgen. „Die Schüler haben beispielsweise Nistkästen für den Naturschutzbund gebaut und diese auch verkauft“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte von den Ergebnissen.

Das nachfolgende Projekt im Oktober 2009 sollte dann Schüler und Senioren zusammenführen. Interessierte Senioren wurde die Möglichkeit geboten, an schuleigenen Computern den Umgang mit Programmen und dem Internet zu lernen. „Zuvor wurden die Jugendlichen im EDV-Unterricht auf die Arbeit mit Senioren vorbereitet“, sagt Freitag. „Das Projekt wurde später erweitert, so dass auch der Umgang mit Handys und Digitalkameras geschult wurde“

Nach einigen Monaten kam die Schulleitung aber zu dem Entschluss, das angenommene Projekt zu beenden, da Ahrens die Ausbildung zum Sozialpädagogen fehlte. „Darüber hinaus kamen größtenteils nur Bürger von außerhalb; die Menschen im Ort haben die Möglichkeit nicht genutzt“, zieht Freitag eine eher ernüchternde Bilanz.

Und doch geht Freitags Motivation trotz der vielen Licht- und Schattenmomente nicht verloren. Einen neuen Hoffnungsschimmer sieht sie im Benefizkonzert 2010: „Dank des Erlöses aus dem Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters für den Familienbund und das Engagement des St.-Marienstift-Betreibers Sven Tilch stehen uns finanzielle Mittel zur Verfügung, um weitere Projekte zu entwickeln, die von der Gesellschaft hoffentlich besser angenommen werden.“ Für Freitag jedoch ist der Einsatz als Gleichstellungsbeauftragte nahezu beendet, sie stellt ihr Amt zum Jahresende zur Verfügung: „Meine Arbeitsstelle als Redaktionsleiterin des „Wirtschaftsblatts“ in Hannover lässt mir keine Zeit mehr dafür,“ so Freitag.

Der Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau, Uwe Ahrens (parteilos), hofft auf eine ebenso engagierte Nachfolgerin. „Ich denke, die Arbeit hat sich trotz kleiner Defizite gelohnt und sollte weiter vorangehen. Dennoch kann das Bündnis für Familien auf Dauer nicht ohne eine Gleichstellungsbeauftragte funktionieren“, erklärt Ahrens. „Sie ist in der Lage, zu organisieren und zu motivieren sowie Themen zu strukturieren.“

Einwohner, die sich dem Lokalen Bündnis für Familien in Katlenburg-Lindau anschließen wollen oder Interesse an der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten haben, können sich bei Brigitte Freitag unter Telefon 055 52 / 74 11 oder bei Uwe Ahrens unter Telefon 055 52 / 99 37 29 melden.

Von Charleen Cziesla

Lokale Bündnisse für Familien

Die Initiative Lokale Bündnisse für Familien ist ein Netzwerk, in dem Maßnahmen für eine kind- und familiengerechtere Gesellschaft entwickelt und umgesetzt werden. Die Bündnisse selbst sind freiwillige Zusammenschlüsse von Vertretern gesellschaftlicher Gruppen, die durch gezielte Angebote dazu beitragen, die Infrastruktur für Familien in den Städten und Gemeinden zu verbessern. Die Initiative Lokale Bündnisse für Familien wurde 2004 von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) vorgestellt. An über 600 Standorten im gesamten Bundesgebiet haben sich seitdem Lokale Bündnisse gegründet. In der Region sind sie unter anderem in Rhumspringe (Bündnis für Generationen „Miteinander – Füreinander“) und in Bilshausen (Runder Familientisch) zu finden. Weitere Bündnisse gibt es in Adelebsen, Bovenden, Gleichen, Göttingen, Dransfeld, Rosdorf und Friedland. cc

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