Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Zwei Standorte – trotz Protestaktion

Windkraft: Beschluss im Rat Zwei Standorte – trotz Protestaktion

Höherberg und Pinnekenberg, auf diese beiden Vorrangflächen für Windkraftanlagen konzentrieren sich die Pläne der Samtgemeinde Gieboldehausen. Wie schon der Bauausschuss, stimmte auch der Samtgemeinderat der Änderung des Flächennutzungsplans zu. Zwei ursprünglich mit in die Planung genommene Flächen am Rotenberg und bei Obernfeld  werden wegen nicht widerlegbarer Eingaben fallen gelassen.

Voriger Artikel
Feierstunden am Volkstrauertag
Nächster Artikel
Martinimarkt lockt mehr als 350 Besucher an

Protest vor der Ratssitzung: Bürger der Samtgemeinde vorm Dorfgemeinschaftshaus.

Quelle: Lüder

Gieboldehausen. Mit einer Protestaktion, unterstützt von den Freien Wählern (FW), machten rund 100 Bürger am Mittwoch vor der Samtgemeinderatssitzung im Wollbrandshäuser Dorfgemeinschaftshaus auf ihr Anliegen aufmerksam: „Ein Windpark reicht!“ stand auf einem Transparent. „Gegen die Verspargelung“ riefen viele der mit Ratschen und Trillerpfeifen ausgerüsteten Teilnehmer im Fackelschein.

Gegen eine Doppelbelastung für Gieboldehausen wollten die Bürger, unter ihnen zahlreiche Familien aus dem Baugebiet Vogelsburg, ein Zeichen setzten. Statt zwei Windkraft-Standorte favorisieren sie die Bündelung und Konzentration auf einen.

Am Sitzungsmarathon im Dorfgemeinschaftshaus nahmen viele Zuhörer teil. Nur wenige der 100 Stühle blieben leer. Schwerstarbeit hatten die 30 Ratsmitglieder einschließlich Vorsitzenden Eckbert Hundeshagen und  Samtgemeindebürgermeisterin Marlies Dornieden (beide CDU) sowie Protokollantin Sigrid Thies von der Samtgemeindeverwaltung zu leisten. Einzeln und per Hand musste über die Abwägung der Eingaben von Behörden und Bürgern, beschrieben auf 130 Seiten, abgestimmt werden.

Im Endergebnis lief die Debatte auf den Beschluss der Bauausschusssitzung am Mittwoch vergangener Woche in Bilshausen hinaus. Bei sieben Gegenstimmen votierte die Mehrheit der Ratsmitglieder dafür, die beiden Areale am Höherberg und am Pinnekenberg mit einer Abstandsgrenze von 1250 Metern zur Wohnbebauung als Vorrangflächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Anträge der FW-Ratsherren Theodor Sommer und Hubert Hackenfort kamen nicht durch. Sommer plädierte dafür, ein zweites unabhängiges Landschaftsbildgutachten erstellen zu lassen. Hackenfort rief den Samtgemeinderat vergeblich auf, an einem Mindestabstand von fünf Kilometern zwischen den beiden Windkraftstandorten Höherberg und Pinnekenberg festzuhalten.

Vieles, was im Fachausschuss gesagt wurde, wiederholte sich in Wollbrandshausen. Bei der Ablehnung des Pinnekenbergs als Vorrangfläche waren sich die Vertreter der Freien Wähler mit Wollershausens Bürgermeister Ulrich Schakowske (SPD) einig. Die Freien Wähler wegen des Baugebiets Vogelsburg, Schakowske in Sorge um seinen Heimatort: „Wir Wollershäuser sind von der Änderung des Flächennutzungsplan doch am meisten betroffen“.

„Wenn wir keine Flächen ausweisen, tritt genau das Gegenteil ein und es wird zu einer Verspargelung der Landschaft kommen,“ mahnte SPD-Ratsherr Arnold Sommer aus Rüdershausen an. „Wir wollen harte Kriterien, die wasserfest und gerichtlich nicht anfechtbar sind“, begründete  Stephan Hörschelmann von den Grünen sein Nein zur Mindestabstandsregelung von 1250 Meter zu Wohngebieten, die auf Antrag der CDU-Fraktion zustande kam. 

Mit Hinweis auf die Protestaktion beklagte sich Ramona Jünemann aus Gieboldehausen in der Einwohnerfragestunde bei Samtgemeindebürgermeisterin Dornieden, dass sie sich nicht draußen habe blicken lassen. Dornieden erläuterte, dass sie nach einer Samtgemeindeausschusssitzung im Obergeschoss des Hauses pünktlich zum Sitzungsbeginn im Saal sein wollte. Etliche Anfragen kamen von den Zuhörern. Sandra Busch aus Bilshausen wollte beispielsweise wissen, inwieweit die Bürger auf Baugenehmigungen von Windrädern Einfluss haben.

Anneliese Weinrich aus Gieboldehausen erkundigte sich nach gesundheitlichen Einflüssen beim Betrieb von Windrädern, Uwe Sommer, ebenfalls aus dem Flecken, zeigte Verständnis für Bürger, die Ängste um den Wert ihrer Immobilien beim Bau eines Windparks in der Nähe haben. Samtgemeindebürgermeisterin Dornieden wies darauf hin, dass in Kürze ein zweites Auslegungsverfahren für das Ausweisen der Vorranggebiete erfolgt. Im Februar werde der Samtgemeinderat voraussichtlich abschließend entscheiden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Mehrheit in Groß Ellershausen

Mit großer Mehrheit hat sich der Ortsrat von Groß Ellershausen, Hetjershausen und Knutbühren gegen die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplan Windenergie (Tageblatt berichtete) ausgesprochen. Einzig  Heidrun von der Heide und Ralf Krummacker von der SPD sprachen sich dafür aus, dass die Verwaltung dieses Planungsinstrument für die Festlegung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen erstellt.

  • Kommentare
mehr
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt