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Gartentipps im Juni

Mit Rosen in den Sommer

Das Blühen der Rosen kündigt den Beginn der warmen Jahreszeit an. Jetzt verschönern sie mit ihrer Pracht private wie auch öffentliche Gärten.
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Obwohl der Kalender uns weismachen will, dass der Sommer erst am 24. Juni beginnt, wissen wir Gartenfreunde natürlich, dass das Aufblühen der ersten Rose im eigenen Garten den Beginn der warmen Jahreszeit bedeutet. Dieses Jahr war es bei uns die Parkrose „Frühlingsgold“ aus dem Jahr 1937, eine große Strauchrose mit hellgelben, einfachen Blüten, die dank der umsichtigen Arbeit des deutschen Rosenzüchters Kordes auch die Fröste des vergangenen Winters schadlos überlebt hatte.

Bereits seit etwa 70 Jahren werden diese früh blühenden Parkrosen der „Frühlings-Gruppe“ wie „Frühlingstag 1949, Frühlingszauber 1950, Frühlingsanfang 1950“  und eben „Frühlingsgold“ angeboten und sind als ausladende Parkrosen für größere Gartenplätze geeignet. Sie sind Kreuzungen englischer Rosensorten mit der einheimischen Rosa pimpinellifolia, der Dünenrose, und diesem Umstand verdanken sie ihre hervorragende Frosthärte. Leider haben sie auch die einmalige Blütezeit im Juni von der Dünenrose geerbt, die lediglich von einer kleinen Nachblüte im September gefolgt wird. Für den Rest des Jahres bleiben diese Rosen ohne Blütenflor. Damit verhalten sie sich wie die meisten „alten Rosen“, das heißt den Sorten vor der Entstehung der modernen Teehybriden, die nach 1867 auf den Rosenbeeten erschienen und bis heute ihren Siegeszug dank Dauerblüte und Farbenvielfalt fortsetzen.

Gleich nach „Frühlingsgold“ öffnete dieses Jahr „Winchester Cathedral“ ihre schneeweißen, gefüllten Blüten. Sie ist eine moderne „Englische Rose“ aus der Werkstatt von David Austin. Seine Absicht war es, die Schönheit und den Duft der „alten Rosen“ mit den guten Eigenschaften der Teehybriden zu verbinden. So entstanden hunderte neue Sorten nostalgischer Schönheiten, die zu den Lieblingen von Rosenfreunden in aller Welt geworden sind. Kaum jemand hat es wie die Firma Austin aber auch verstanden, ihre Produkte so erfolgreich zu vermarkten. Das Sortiment kann man sich sogar in erlesenen Bildbänden ansehen, die weit über übliche Angebotskataloge hinausgehen.

Dürftiges Wachstum

Allerdings vermissen einige der edlen Sorten bei uns das milde und feuchtkühle Klima ihrer englischen Heimat und wachsen auf dem Kontinent entsprechend dürftig. Nicht jede „Englische Rose“ ist daher empfehlenswert. Eine Orientierungshilfe im Dschungel der Rosensorten und Gruppen gibt die Internetseite der Deutschen Rosenneuheitenprüfung www.adr-rose.de, auf denen Rosen hinsichtlich ihrer Blüte und Gesundheit für den deutschen Raum bewertet werden.

Auch die örtlichen Baumschulen können bei der Auswahl beraten und halten ein geeignetes Sortiment vor. Schließlich bieten sich Sommerspaziergänge in die Rosengärten Göttingens in der Grisebachstraße oder am Teichweg an, um die Wüchsigkeit und den persönlichen Geschmack zu erkennen.

Rosensammlung in Kassel

Das schönste Ausflugsziel für Rosenfreunde in unserer Umgebung ist allerdings die Rosensammlung im Bergpark Wilhelmshöhe. Sie blickt auf eine 250-jährige Geschichte zurück und ist seit der Gründung dieser ältesten, deutschen Rosensammlung durch Landgraf Friedrich II. die Heimat der ersten, deutschen Zuchtrose „Perle vom Weißenstein“, die vom Hofgärtner Schwarzkopf um 1773 gezüchtet wurde. Heute zeigt die Rosensammlung, die lediglich durch die Initiative eines Fördervereins existiert, eine Vielfalt von oft historischen Strauchrosen, die im Landschaftspark Wilhelmshöhe eine romantische Heimat gefunden haben.

Friedrich II. war rosenbegeistert und ließ ab 1760 seine Gärtner Sorten aus aller Welt beziehen. Als eine ansehnliche Sammlung beieinander war, bekam der Hofmaler Salomon Pinhas den Auftrag, die Sammlung zu malen und es entstanden Rosentafeln von erlesener Schönheit, durchaus ebenbürtig den berühmteren von Redoute aus dem Garten von Malmaison. Ein Bildband mit 133 Rosensorten von Pinhas ist heute noch im Handel, und gibt uns einen Einblick in die Beete an europäischen Höfen zur Barockzeit. Auch ein Verzeichnis der Rosenquartiere mit Lageplan gibt es im Schloß Wilhelmshöhe zu kaufen. Ein Besuch lohnt sich von Ende Mai bis Oktober, allein oder mit den „Freunden der Botanischen Gärten“ am 29. September, wo wir die „Namen der Rosen“ reichlich nennen werden.

Der Autor ist Kustos des Neuen Botanischen Gartens der Universität Göttingen. Am 5. Juni führt er um 17 Uhr zum Thema Rosen „Die Qual der Wahl“ durch die Rosenbeete des Neuen Botanischen Gartens, Grisebachstraße 1 in Göttingen.

Von Rolf Callauch


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