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Saison der Glühwürmchen

Leuchtkäfer können blinken


Saison der Glühwürmchen: Für wenige Wochen leuchten sie nach Sonnenuntergang auf der Suche nach dem richtigen Partner.

Glühwürmchen, gefangen auf dem Hagenberg: Die kleinen Insekten sind eigentlich Käfer.

© Theodoro da Silva

Die Männchen surren durch die Nacht und versuchen, sich gegenseitig zu überstrahlen. Die Weibchen erklimmen hohe Grashalme, recken ihr Hinterteil gen Himmel und blinken feurig zurück – sie entscheiden sich dann für das hellste Männchen. Anfang Juli sind sie an lauen Abenden wieder zu beobachten: die Glühwürmchen.

„Durch das Leuchten dehnen sie die Partnersuche in die Nacht aus“, sagt Stefan Scheu, Leiter der Abteilung Tierökologie der Georg-August-Universität Göttingen. „Optisch orientierte Räuber schlafen dann meist.“ Zur Fortpflanzung stecken die Tiere viel Energie in die Partnersuche. Um besser zu haushalten, blinken manche Glühwürmchenarten, statt ein durchgängiges Signal abzugeben.

„In den Tropen existiert ein kurioses Phänomen“, sagt Scheu: Eine Art gleiche die eigene Leuchtfrequenz an die anderer Artgenossen an. „Da blinken dann ganze Bäume“, sagt Scheu. Weltweit gibt es etwa 2000 verschiedene Arten; in Deutschland treten drei auf. Sie unterscheiden sich in der Größe und im Flugverhalten: Manche Glühwürmchen können gar nicht fliegen, bei anderen nur das Männchen – die Suche mit Licht nach einem Partner ist deshalb wichtig.

Glühwürmchen verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie die meiste Zeit als wurmartige Larve existieren. Biologisch gehören sie aber der Käfergattung an und werden als „Leuchtkäfer“ klassifiziert. Die Larven der Leuchtkäfer sind Schneckenjäger: Sie folgen der Schleimspur, beißen der Beute in den Kopf und injizieren ein Gift. Notfalls können die Larven auch öfter zubeißen. Solch eine Schneckenmahlzeit kann sich über einen ganzen Tag erstrecken; die Beute ist in den meisten Fällen um ein vielfaches größer als die Larve. Glühwürmchen kann man deshalb in feuchten Gebieten, an Waldrändern und Gebüschen antreffen. Dort nämlich, wo sich auch Schnecken wohlfühlen. Das Leben nach der Verpuppung dauert, wie bei vielen Insekten, nur einige Wochen: Die Männchen sterben nach der Paarung; die Weibchen legen noch die Eier.

Das Leuchten selbst ist gut erforscht. Biolumineszens nennt man das Phänomen, wenn Lebewesen selbst Licht erzeugen können. Der Käfersetzt im hinteren Bereich einen organischen Stoff um. Daraus entsteht Energie in Form von Licht. Nur fünf bis zehn Prozent werden beim Leuchten chemisch in Wärme umgewandelt. Bei Energiesparlampen sind es bis zu 20 Prozent. „Glühen“ sei der falsche Ausdruck für die Lichterzeugung, erklärt Scheu. Die Tiere senden kaltes Licht aus. Die Lichtausbeute der Leuchtkäfer sei aber nicht groß, weil das Leuchten eher zum Finden als zum Suchen gedacht ist.

Von Florian Heinz

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