Diese Woche: Uni-Wahl. Geht wählen – Entscheidet mit“ steht auf dem großen Banner geschrieben, dass über dem Haupteingang des Zentralen Hörsaalgebäudes der Georgia Augusta hängt. Rund 22 500 Studierende waren von Dienstag bis zum gestrigen Freitag aufgerufen, zu wählen. Zur Neuwahl standen das Studentenparlament, das Fachschaftsparlament, die Fakultätsräte, der Senat und bei besonders heterogenen Fakultäten, wie den Wirtschaftswissenschaften auch die Fachgruppensprecher. Zudem sollten die Studenten mithilfe zweier Zettel abstimmen, ob das Semesterticket in Zukunft über den Metronom läuft oder die Deutsche Bahn. Es gilt also, sechs bis sieben Wahlzettel auszufüllen.
Viele helfende Hände nötig: Die Wahlzettel der Uni-Wahlen .
„Das Studentenparlament kann man mit dem deutschen Bundestag vergleichen, die Fachschaftsparlamente mit den Landesregierungen“, erklärt Konstantin Brand, Vorsitzender des Göttinger Allgemeiner Studierendenausschusses (AStA), die verschiedenen Sparten. Demzufolge sei die Wahl auch der des Bundestags ähnlich – nur dass die Komprimiertheit aller Wahlen zum gleichen Zeitpunkt die Sache „komplizierter machte“.
Punkt 14 Uhr ist die Wahl vorbei. Jetzt geht es ans Auszählen. Und dafür gibt es einige Regeln: „Bis auf die Entscheidung über das Semesterticket dürfen die Wahlzettel nur von Studierenden und Mitarbeitern der Universität ausgezählt werden, die keiner der angetretenen Parteien angehören“, sagt Wahlleiter Alexander Bayas. Seit September wurde die Abstimmung vorbereitet. „Wir hatten diese Woche über 100 Wahlhelfer, 60 bis 70 zählen gerade aus“, berichtet er.
Die Wahlhelfer – Universitätsmitarbeiter und Studierende – werden von der Wahlleitung verpflichtet, zu zählen. Als Belohnung winken Brötchen und Wasser. Sich weigern können sie nur, wenn sie „wichtige Termine“ hätten. „Wie bei der Bundestagswahl“, sagt auch Bayas. Er hofft, dass die vorläufigen Wahlergebnisse für das Studentenparlament bis 19 Uhr feststehen. In bis zu vier Wochen nach der Entscheidung wählt das Studentenparlament dann den AStA.
Nach vorläufigen Schätzungen haben 8043 Studierende von 22 517 Wahlberechtigten gewählt, teilte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen am gestrigen Abend mit. Dabei hat die Arbeitsgemeinschaft demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) 22 Sitze (-2) im während dieser Woche neu gewählten Studentenparlament errungen und damit die absolute Mehrheit verloren.
Die übrigen vorläufigen Ergebnisse der Auszählung: Juso Hochschulgruppe: 9 Sitze (+3), Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS): 4 Sitze (+/- 0), Grüne Hochschschulgruppe Göttingen (GHG): 3 Sitze (-3), unabhängig-schwarz-rot-kollabs (usrk): 1 Sitz (+/- 0), Basisdemokratisches Bündnis (BB): 4 Sitze (-1), Liberale Hochschulgruppe (LHG): 1 Sitz (vorher nicht gemeldet). Linke SDS: 1 Sitz (+/- 0), Piraten Partei: 2 Sitze (vorher nicht gemeldet).
Neben der Wahl des Studentenparlamentes stand auch die Urabstimmung über das Semesterticket an. 6614 Wähler sprachen sich für das Metronom-Ticket aus, 1388 dagegen. Für das Ticket der Deutschen Bundesbahn haben 3655 Studierende gestimmt, dagegen 4330.
Von Corinna Berghahn
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