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140 Gleichener Bürger diskutieren über Neubau weiterer Windkraftanlagen

Zu hoch hinaus? 140 Gleichener Bürger diskutieren über Neubau weiterer Windkraftanlagen

Das  Thema Windkraft beschäftigt die Gemeinde Gleichen seit geraumer Zeit. „Wir von der Politik haben uns gefragt, ob die bestehenden Anlagen ausreichen, oder weitere gebaut werden müssen“, sagt Heinz-Jürgen Proch (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Gleichen. Ergebnis: Eine öffentliche Diskussion mit mehr als 140 Teilnehmern.

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Stein des Anstoßes: 200 Meter hohe Windräder wie hier bei Bischhausen und Weißenborn.

Quelle: Vetter

Gelliehausen. Auf dem Podium jeweils drei Vertreter der widerstreitenden Meinungen. Bei der Auswahl der Redner habe man Wert darauf gelegt, dass jeder in der Nähe von Windkraftanlagen wohne, also direkt betroffen sei.

„Wir sind keine Gegner, wir wollen nur unterschiedliche Aspekte der Windkraftanlagen aufzeigen“, leitete Moderator Hans-Gerd Alte-Grevé die Debatte ein. Einer der Fürsprecher, Jörg Klapproth von der Windkraft Diemarden, erklärte, wie es momentan in der Region aussieht: „Mit den zwölf Windkraftanlagen (WKA) in der Gemeinde Gleichen, produzieren wir mehr als die Hälfte des Gesamtenergiebedarfs.“

Außerdem könne man, wenn mehr Energie als nötig produziert wird, den Überschuss gewinnbringend verkaufen. „Ich habe keine bessere Idee, wie die Energiewende ansonsten gelingen soll“, sagte Klapproth. Demnach seien noch zu wenig Anlagen vorhanden, um den Energiebedarf vollständig zu decken.

Wetterabhängige Produktion von Windenergie

Günther Diehl von der Initiative Pro-Region-Wendebach argumentierte für die Gegenseite. Der produzierte Strom könne noch nicht vernünftig gespeichert werden, was bei der wetterabhängigen Produktion von Windenergie große Verluste mit sich bringe. Außerdem sei die Produktion von erneuerbaren Energien ein globales Thema.

„Wenn hier in Gleichen ein Windkraftrad mehr oder weniger steht, platzt in China keine Wurst“, sagte Diehl. Der Bau weiterer Windräder dürfe bei dieser Sachlage nicht erfolgen.

Alte-Grevé zog zwischenzeitig Bilanz: Bei einer Befragung der Anwesenden stellte sich heraus, dass eine Hälfte für und die andere Hälfte gegen weitere Windräder ist. Einige Bürger sprachen von der „ungeheuren Lautstärke“, die sie als Anwohner ertragen müssten. Andere relativierten den Vorwurf und bezeichneten die Geräuschemissionen als weniger schlimm.

Versöhnliche Töne gab es bei der optischen Bewertung. Auch wenn ein Teil der Zuhörer das Landschaftsbild durch die Räder gestört sehe und ein anderer Teil nicht, so verständigte man sich darauf, dass diese Beurteilung subjektiv und jedem selbst überlassen sei.

Anwohner ungleich belastet

Unmut erzeugte ebenfalls die Verteilung des Windkraftanlagenbaus im Gemeindegebiet. Da in manchen Ortschaften wie Weißenborn mehr als in anderen Anlagen gebaut werden, würden die Anwohner ungleich belastet.

Diethelm Gravelmann, ebenfalls von der Initiative Pro-Region-Wendebach, führte planerische und landschaftliche Bedenken aus. „Wir haben nicht viel mehr als Landschaft zu bieten“, sagte Gravelmann. Wenn diese durch die Errichtung der Windräder beeinträchtigt werde, wäre der Schaden größer als der Nutzen.

Die Gegenseite verwies darauf, dass bei der Auswahl der  Vorrangflächen, auf denen Anlagen aufgestellt werden dürfen, darauf geachtet werde, dass der Schaden so gering wie möglich ausfalle. Unter anderem falle ein großes Gebiet aus der Bebauung heraus, weil dort der Rot-Milan niste. Obwohl das Thema Windkraftanlagen kontrovers diskutiert wurde, wurde ein gemeinsamer Konsens in einer wichtigen Frage gefunden: Energiewende ja – Atomkraft nein danke.

Von Kay Weseloh

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