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175 Jahre Realgemeinde Adelebsen

Geburtstag 175 Jahre Realgemeinde Adelebsen

Die Realgemeinde Adelebsen besteht seit 175 Jahren. Im Mai 2009 gehören knapp 130 Mitgliedern Anteile an zwei insgesamt 460 Hektar großen Waldstücken.

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Mit Schild zum 175-jährigen Bestehen der Realgemeinde Adelebsen: Joachim Kelpe (l.) und Lothar Hake.

Quelle: Heller

Die Realgemeinde entstand durch einen Rezess, eine Art Vertrag, im Jahr 1834. Er wurde zwischen der Familie von Adelebsen und den gewählten Bevollmächtigten der Forstinteressenten geschlossen. Die Bevollmächtigten waren Kaufmann Heinrich Bunnemann, Färber Carl Hetzer, die Ackermänner Christoph Tolle, Heinrich Ernst und Heinrich Keunemann, Schuhmacher Heinrich Lösche und Einwohner Friedrich Lurg.

Die Gutsherrschaft übergab damals den Forstrevieren eine Reihe von Forstrevieren zum Eigentum und zur privaten Nutzung, behielt sich aber zunächst noch die Jagdausübung und die Anlage von Vogelfallen vor. 

Zu den Forstrevieren zählten damals nach Angaben der Realgemeinde unter anderem die Behrendsche Breite, die Hohe Warte, das Lechtmer Gehege und die Wolfskuhle. Die Größe des überlassenen Waldes betrug damals etwa 445 Hektar. 

Derzeit seien es 460 Hektar, so der heutige Vorsitzende der Realgemeinde, Lothar Hake. 40 Hektar befinden sich entlang der Straße zur Bramburg. Der größte Teil, 420 Hektar, liegt nördlich der Kirchenruine Reinshagen zwischen Adelebsen und Offensen. Der Wald besteht laut Hake im Wesentlichen etwa je zur Hälfte aus Laubholz und Nadelholz. Die Jagd sei heute an Bürger von Adelebsen verpachtet. Im Wald sei Schwarzwild und Rotwild vorhanden. Forstlich betreut wird die Realgemeine vom Forstamt Münden, den Wald bewirtschaftet sie aber selbst.

Holzbedarf eingebrochen

Die Anteile an der Realgemeinde sind im Wesentlichen ein Privileg der alteingesessenen Familien. Denn die Anteile, so Hake, werden vererbt oder verkauft – und das Letztere nur an Bewohner Adelebsens. Die Realgemeinde habe zudem ein Vorkaufsrecht.

Bis 1923 war der Bürgermeister Adelebsens zugleich der Vorsitzende der Realgemeinde, dann endete die Doppelfunktion. Mehr als 30 Jahre lang, von 1933 bis 1965, war Gustav Spörhase Vorsitzender der Realgemeinde. Ihm folgten Karl Maas sen. bis 1988 und seitdem Hake.

Vom Hutewald über Mittelwald bis hin zum ertragreichen Wirtschaftswald hat sich ihr Wald nach Angaben der Realgemeinde entwickelt. Derzeit sei die wirtschaftliche Situation aber schlecht, so Hake. Der Bedarf an Holz sei stark eingebrochen, die Preise seien schlecht. 

Der stellvertretende Vorsitzende Joachim Kelpe weist zudem darauf hin, dass auch die Trinkwasserbrunnen des Fleckens Adelebsen im Grundbesitz der Realgemeinde liegen. Bei der Waldbewirtschaftung sei man am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert.

Zu ihrem 175-jährigen Bestehen veranstaltet die Realgemeinde Adelebsen für ihre Mitglieder am Sonntag, 17. Mai, eine Waldbegehung.

Von Jörn Barke

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Verkaufsabsichten zurückgezogen

Vor acht Jahren beabsichtigte der Rat des Fleckens Adelebsen, vier Anteile der Realgemeinde Adelebsen zu verkaufen, um so das damalige Haushaltsdefizit zu verringern. Ein Anteil wurde damals tatsächlich an den Meistbietenden verkauft. Doch nun, so die Verwaltung in einer aktuellen Beschlussvorlage, liege ein ausgeglichener Haushalt vor.

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