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24-Jähriger muss sich wegen Internet-Betrügereien verantworten

Amtsgericht Göttingen 24-Jähriger muss sich wegen Internet-Betrügereien verantworten

Ein Ermittlungserfolg der Göttinger Spezialeinheit „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren“ bekommt ab Mittwoch ein gerichtliches Nachspiel. Ein 24-jähriger Göttinger muss sich unter anderem wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und Betruges vor dem Amtsgericht verantworten.

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Quelle: dpa

Göttingen. Er soll sich außerdem der Fälschung beweiserheblicher Daten und des Verschaffens falscher amtlicher Ausweise schuldig gemacht haben. Der Angeklagte soll mit gefälschten Ausweisen Bankkonten eröffnet und darüber betrügerische Internet-Geschäfte abgewickelt haben. Insgesamt wirft ihm die Staatsanwaltschaft 29 Straftaten vor.

Die Cybercrime-Spezialisten der Göttinger Polizei hatten seit September vergangenen Jahres intensiv in dem Fall ermittelt und dabei auch verdeckte Maßnahmen angewendet. Nach rund einem halben Jahr hatten sie den 24-Jährigen als mutmaßlichen Serienbetrüger identifiziert. Anfang April nahmen ihn die Fahnder vor seiner Wohnung im Göttinger Stadtgebiet fest. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten die Ermittler mehrere gefälschte italienische und italienische Ausweise, 1600 Euro Bargeld sowie zahlreiche Laptops, Smartphones, Speicherkarten und USB-Sticks.

Mehrere Bankkonten eröffnet

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, unter einem falschen Namen und unter Vorlage eines gefälschten Personalausweises bei mehreren Banken Girokonten eröffnet zu haben, die er anschließend für betrügerische Machenschaften genutzt haben soll. Der 24-Jährige soll dabei unter anderem über Ebay-Kleinanzeigen Grafikkarten angeboten haben, die gar nicht existierten.

Die gutgläubigen Käufer sollen den jeweiligen Kaufpreis jeweils auf eines seiner unter einem Alias-Namen eröffneten Konten überwiesen haben. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll sich der Angeklagte die Benutzerdaten und Passwörter für die Ebay-Konten illegal besorgt haben. Ferner habe er sich aus unbekannter Quelle gefälschte Ausweise und Dokumente besorgt, unter anderem einen litauischen Führerschein, um damit Geschäfte anonym abschließen zu können.

Diverse Waren im Internet bestellt

Außerdem soll der 24-Jährige unter falschen Namen diverse Waren im Internet bestellt und bei der Abholung der Waren dann jeweils eine gefälschte Vollmacht vorgelegt haben. Ferner soll der Angeklagte einen „Fake“-Shop im Internet mit nicht existierenden Waren betrieben haben und von den betrogenen Kunden Vorkasse kassiert haben. Seine illegal erlangten Einkünfte habe er bei Bedarf am Geldautomaten abgehoben. Nach Angaben der Ermittler hatte der 24-Jährige mit den illegalen Geschäften seinen Lebensunterhalt finanziert.

Die Göttinger „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren“ war im vergangenen Oktober eingerichtet worden. Die Spezialeinheit ist dem Zentralen Kriminaldienst der Polizeiinspektion Göttingen angegliedert. Insgesamt 16 Mitarbeiter arbeiten eng zusammen, um den in der Anonymität des Internets agierenden Tätern auf die Schliche zu kommen und die oft bandenmäßig organisierten Strukturen aufzuklären. Die Göttinger Polizei ist Vorreiter auf diesem Gebiet. Sie hatte bereits 2011 die landesweit erste Ermittlungseinheit zur Bekämpfung von Internet-Kriminalität eingerichtet.

Von Heidi Niemann

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