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45-Jähriger muss zurück in die Psychiatrie

Axtangriff 45-Jähriger muss zurück in die Psychiatrie

Zu eineinhalb Jahren Haft und Unterbringung in der Psychiatrie hat das Landgericht einen 45 Jahre alten Mann aus Adelebsen verurteilt. Er hatte in der Nacht zum 8. November 2008 im Treppenhaus seiner Wohnung einen Stromzähler mit einer Axt zertrümmert, hatte anrückende Polizisten mit Messern und Flaschen beworfen und war dann mit der Axt und einer Spielzeugpistole auf die Beamten losgegangen. Erst zwei Schüsse ins Bein konnten damals den Rasenden stoppen (Tageblatt berichtete).

Der wegen Gewalttaten vorbestrafte und zuletzt auf Bewährung im Maßregelvollzug untergebrachte Patient leidet unter frühkindlicher Hirnschädigung und hat eine dissoziale Persönlichkeit. Dadurch, so der psychiatrische Sachverständige Georg Stolpmann, weise er – besonders unter Alkoholeinfluss – Impulskontrollstörungen auf. Zur Tatzeit war seine Kontroll- und Steuerungsfähigkeit eingeschränkt.
Es sei allerdings nicht so, wie der 45-Jährige behauptet hatte, dass er Selbsttötungsabsichten gehabt habe und einen „Suizid by Cop“ anstrebte sich von den Polizisten erschießen zu lassen. Er habe die Schüsse zwar provoziert, das aber kontrolliert.

Auch eine Mitbewohnerin, die sich seit Jahren des Mannes mütterlich annimmt, bezweifelte im Zeugenstand Selbsttötungsabsichten wie auch eine Angriffsabsicht gegen die Polizisten. „Es war ein Spiel von ihm, dem Polizeipsychologen Angst zu machen“, beurteilte sie die Szene im Hinterhof des Adelebsener Wohnhauses: „Eine Art Auftritt.“ Die Frau wirft zudem den Behörden vor, den unter Bewährung und Führungsaufsicht stehenden Patienten „gar nicht so richtig betreut“ zu haben. Wenn sie selbst ihn hätte beruhigen dürfen, „den hätte ich ruhig gekriegt“.

Doch auf einen neuerlichen Versuch, den Angeklagten auf Bewährung in Freiheit zu lassen, ließ sich das Gericht nicht ein. Er sei eine Gefahr für die Allgemeinheit und „Gefahr auch für sich selbst“, so Richter Dirk Amthauer. Mit einer eigenen Wohnung sei er überfordert. Nur in einem festen klinischen Rahmen könne er auf ein künftiges Leben in Freiheit vorbereitet werden.

ck

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