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Ab Donnerstag wird gebohrt

60-Tonnen-Maschine durchlöchert die Düstere Straße Ab Donnerstag wird gebohrt

Es wird ernst im Kunstquartier: In der Düsteren Straße rollt am Mittwochmorgen schweres Gerät an. Die Arbeiten für das Kunsthaus gehen in die nächste Phase. Mit einem Spezial-Bohrer soll eine Bohrpfahlwand, die die spätere Baugrube sichert, gesetzt werden. Das Tageblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Noch steht der Schwertransport mit dem fabrikneuen Bohrgerät auf der Autobahn-Rastanlage Göttingen-Ost, bevor er in der kommenden Nacht zum Kuqua fährt, wo der selbstfahrende Bohrer abgeladen wird.

Quelle: Mischke

Göttingen. Was für ein Gerät kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um das Drehbohrgerät LB 16-180 der Firma Liebherr. Die Maschine ist fabrikneu und kommt in Göttingen zum ersten Mal zum Einsatz. Sie wiegt knapp 60 Tonnen. Der Bohrturm hat eine Höhe von zwölf Metern, etwa so hoch wie das benachbarte Haus Düstere Straße 8.

Auf welcher Route wird der Schwertransport nach Göttingen kommen?

Die ausführende Baufirma, die Berger Grundbautechnik GmbH aus Dresden, hat den Bohrer per Spedition auf dem Lkw nach Göttingen bringen lassen. Derzeit steht die Maschine auf dem Rasthof Göttingen-Ost an der A 7.

Wie wird das Gerät durch die Göttinger Innenstadt gebracht?

Von der Raststätte führt Mittwochmorgen die weitere Route über die A 7 bis zur Anschlussstelle Göttingen-Nord, von dort auf die Hannoversche Straße, in die Innenstadt durch den Stumpfebiel, die Gotmar- und Zindelstraße, von dort in die Groner Straße, dann zum Ziel in der Düsteren Straße. "Es wird eng. So breit sind die Straßen in der Innenstadt ja nicht", sagt Knut Fehrmann, Bauleiter bei Berger.

Wann wird der Bohrer die Düstere Straße erreichen?

Fehrmann geht davon aus, dass das Bohrgerät zwischen 4 und 5 Uhr am Mittwochmorgen dort eintreffen wird.

Für welche Arbeiten wird das Bohrgerät genau benötigt?

Für das Setzen einer sogenannten Bohrpfahlwand. Diese Wand sichert sowohl die Baugrube für weitere Arbeiten, die unmittelbar an die Baugrube angrenzenden Nachbargebäude als auch die Düstere Straße.

Was wird genau gemacht?

Der Bohrer setzt an den Grenzen der Baufläche für das geplante Galeriegebäude bis zu zehn Meter tiefe, 60 Zentimeter durchmessende Löcher. Diese werden anschließend mit Beton und jedes zweite zusätzlich mit Stahl gefüllt. Eine Bohrschablone ist bereits mit Beton in den Boden gegossen worden. 

Wie viele Löcher werden gebohrt?

Exakt 112. 

Wie viel Beton wird zum Verfüllen benötigt?

250 Kubikmeter Beton bringen die Bauarbeiter nach Fehrmanns Angaben anschließend in die Löcher. Das entspricht vom Volumen einem Würfel mit 6,3 Metern Kantenlänge. Ohne den verwendeten Stahl wiegt allein der Beton rund 600 Tonnen. Täglich zwei Lkws sollen den Beton liefern.

Wie lange werden die Arbeiten dauern?

Fehrmann rechnet mit einer Dauer von rund vier Wochen mit zusammen 20 Arbeitstagen. Pro Tag könnten drei bis fünf Löcher gebohrt werden. 

In welcher Zeit wird gebohrt?

Ab Donnerstag, 29. Juni, und dann werktags zwischen 7 und 20 Uhr.

Mit welchen Lärmbelastungen müssen die Anwohner rechnen?

Ganz ohne Lärm geht es nicht. Fehrmann geht von Dezibelwerten zwischen 80 (Presslufthammer) und 85 (Rasenmäher) aus. Alles im rechtlich-zulässigen Rahmen.

Müssen die Anwohner fürchten, dass ihnen durch Erschütterungen beim Bohren das Geschirr aus den Schränken fällt?

Nein. Zumindest gehen Fehrmann und die Stadt Göttingen als Bauherr davon aus, dass die Bohrungen "vibrationsarm" verlaufen.

Wie staubig wird die Angelegenheit?

Auch hier gehen Stadt und Fehrmann davon aus, dass die Arbeiten weitestgehend staubfrei ablaufen werden, weil "das Bohrgut" durch das Grundwasser nass sei und nicht staube.

Wie schwierig sind die Bohrarbeiten?

Das wird sich zeigen, da niemand so genau sagen kann, wie der Boden beschaffen ist.

Ist dann alles überstanden oder kommt dann noch mehr auf die Anwohner zu?

Zumindest wird es wieder leiser. Nach dem die Bohrpfahlwand steht, übernehmen die Archäologen wieder das Baufeld. Ihre Grabungen sollen bis in eine Tiefe von 2,5 bis drei Meter erfolgen - auf der Suche nach Zeugnissen aus Göttingens Vergangenheit.

Wie läuft der weitere Bau des Galeriegebäudes ab?

Der jetzige Zeitplan sieht vor, dass die Erdarbeiten für die fünf Meter tiefe Baugrube im September beginnen, der Rohbau dann im Oktober. Die Grundsteinlegung ist für November geplant, das Richtfest für Februar 2018. Eröffnen soll die neue Galerie im dann im Oktober.

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