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650 Menschen protestieren gegen DNA-Entnahme

Handgreiflichkeiten während Demonstration 650 Menschen protestieren gegen DNA-Entnahme

Zu Konfrontationen zwischen Polizei und Demonstrationsteilnehmern ist es am Sonnabend in der Innenstadt gekommen. Anlass war ein Protestzug „Für die Verteidigung der Bürgerrechte – gegen die zwangsweise DNA-Entnahme“.

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Goetheallee: Vorangegangen war dem Handgemenge ein Sprint des Demonstrationszuges, den die Polizei vor der Brücke über den Leinekanal stoppte.

Quelle: Heller

Dabei wurden nach Angaben der Veranstalter 30 Demonstrierende verletzt.Die Polizei berichtete von einem Beamten, den bei einem Angriff nur die „Körperschutzausstattung“ vor Verletzungen bewahrt habe. Insgesamt protestierten rund 650 Menschen. Dem standen mehrere hundert Polizeibeamte gegenüber.

Aufgerufen hatten zu der Demonstration Die Linke, Grüne Jugend und Hochschulgruppe, die Antifaschistische Linke International (ALI) sowie weitere linke und antifaschistische Gruppen. Begonnen hatte die Protestaktion mit einer Kundgebung am Alten Rathaus, wo Redner sich solidarisch mit einem 20 Jahre alten Antifaschisten erklärten. Der Göttinger soll sich nach einem Böllerwurf bei einer Demonstration, die sich gegen die Ermittlungsmethoden der Polizei nach dem Anschlag auf die Teeküche des Kreishauses richtete, einer DNA-Entnahme unterziehen. „Ob beim Versammlungsrecht oder bei der DNA-Zwangsentnahme: Grund- und Freiheitsrechte werden zugunsten von Repression und Willkür immer weiter zurückgedrängt“, kritisierte Patrick Humke, Landtagsmitglied der Linken, staatliches Vorgehen. „Betroffen ist einer, gemeint sind wir alle“, stellten andere Redner fest.

Die Demonstration begann friedlich mit einem Protestzug durch die Innenstadt. Eskortiert wurden die vom sogenannten schwarzen Block angeführten Teilnehmer von zahlreichen Einsatzkräften der Polizei. Allein die Spitze des Zuges machten mehr als 60 Uniformierte aus. Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft am Waageplatz kam es zu ersten Rangeleien.

Die Polizei hatte die Demonstranten aufgehalten und ließ sie erst nach einer Viertelstunde weiterziehen. „Die Vermummung mit Sonnenbrillen und Schals bis über die Nase“ sei Grund für die polizeiliche Aktion, teilte Humke dem Demonstrationszug über Lautsprecher mit. Ein weiterer Zwangsstopp in der Goetheallee führte erneut zu Gewalttätigkeiten. Beamte, die laut Pressemitteilung der Polizei „von Versammlungsteilnehmern bedrängt und mit Transparentstangen angegriffen“ worden seien, setzten Schlagstöcke- und Pfefferspray ein. Demonstranten schubsten und warfen Feuerwerkskörper.

Nach den Handgreiflichkeiten im Gedränge auf der Brücke über dem Leinekanal klagten zahlreiche Demonstrationsteilnehmer und Beobachter über Beschwerden durch eingeatmetes Pfefferspray, unter anderem der Pastor und Grünen-Kommunalpolitiker Thomas Harms, der die Polizei kritisierte: „Bei einer sonst friedlichen Demo wird billigend in Kauf genommen, dass Bürger verletzt werden.“
Ohne Zwischenfälle verlief die übrige Wegstrecke durch die Innenstadt. Die Polizei teilte am Sonnabend mit, es seien Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gegen Unbekannt eingeleitet worden.

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