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Flucht in die Kabinentoilette

ASC-“Reunion“: Trainer Terence Schofield erinnert sich Flucht in die Kabinentoilette

Die erfolgreiche ASC-Basketballmanschaft aus den 80er-Jahren feiert am 20. Oktober „Reunion“ mit Trainer, Spielern und Fans. Vorab hat der damalige Erfolgstrainer Terence Schofield dem Tageblatt von seinen Erinnerungen an die Bundesligazeit erzählt.

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Terry Schofield freut sich auf das große Wiedersehen mit seinen Spielern, Fans und Freunden im Ade.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. 1980 holten sie zum ersten mal den Meistertitel – es folgten erfolgreiche Jahre: Die ASC-Basketballer, anfangs noch als SSC Göttingen unterwegs, begründeten in den 80er-Jahren eine goldene Basketball-Ära in Göttingen. Am 20. Oktober treffen sie sich jetzt alle wieder: Spieler Fans und auch der Trainer – Terence „Terry“ Schofield.

Auf den Meisterschaftsbildern von 1980 ist der komischerweise nicht zu sehen – dabei war Schofield doch der Trainer, der die Göttinger ASC-Basketballer damals zum unerwarteten Meistertitel führte. Derjenige, der auf dem Mannschaftsbild zum Titelgewinn feiernd mit seinen Jungs zu sehen sein müsste. „Ich bin in die Kabine gegangen und habe mich in der Toilette eingeschlossen“, sagt Schofield heute, 37 Jahre später, über den Moment, den er verpasst hat.

„Es war zu viel auf einmal“

„Es war zu viel auf einmal“, sagt der 69-Jährige. Und erklärt: „Niederlagen sind schwer zu verkraften, aber zu gewinnen ist manchmal noch schwerer.“ Da seien viele Dinge zusammengekommen – in dem Moment habe ihn vor allem die Situation belastet, dass sie gegen den TuS 04 Leverkusen gewonnen hätten, gegen den Verein, bei dem sein bester Freund John Ecker gespielt habe. „Der hat mir die Stelle in Göttingen besorgt, alles gemanagt, ihn zu schlagen war bitter“, erklärt er, warum er die Feier in der Halle verpasste und sich lieber auf der Toilette einschloss.

Heute kann er darüber lachen. Und gefeiert habe er dann auch doch noch mit den Jungs: Nachdem die Halle, als er aus der Toilette herauskam, schon dunkel war, habe er seine Spieler im Altdeutschen (Ade) wiedergefunden, der Stammkneipe der Mannschaft. Und sein Kumpel John Ecker hat es ihm auch verziehen: „Wir sind immer noch beste Freunde“, sagt Schofield, der mittlerweile weiße Haare hat. Was er übrigens ganz gut findet – zumindest in einer Hinsicht: „Mittlerweile erkennt mich niemand mehr“, sagt er. Damals sei er „plötzlich celebrity“ geworden, da seien „die people im Restaurant einfach gekommen und haben gefragt, warum ich einen Spieler nicht spielen lasse“, erzählt der Mann mit dem amerikanischen Akzent. 1973 ist der gebürtige Kalifornier aus den USA des Basketballs wegen nach Göttingen gekommen.

Viele TV-Auftritte

Damals sei die Mannschaft nach dem Meisterschaftssieg – es folgten zwei weitere Meistertitel und zwei Pokalsiege – sehr präsent gewesen. Mehr als 20-mal hätten sie TV-Auftritte gehabt. „Heute ist das nicht mehr so im Basketball“, sagt Schofield, der mittlerweile Rentner ist, aber sich momentan in Gesprächen mit dem ASC für Trainerfortbildungen befindet. Was aber schon damals beim ASC wie auch heute bei der BG der Fall gewesen sei, sei die ständig wechselnde Mannschaftsbesetzung. „Die besseren Leute haben uns die anderen Vereine weggekauft, wir hatten jedes Jahr praktisch eine neue Mannschaft.“

Und trotzdem sagt der frühere Trainer, dass es in Göttingen immer eine „Art Familie“ gewesen sei. „Da ging alles mit Handschlag“, sagt Schofield. Bei seinem folgenden Engagement beim TTL Bamberg sei es härter zugegangen, mit Profiverträgen. Als Trainer musste er in Göttingen eben auch manchmal den Familienvater spielen. „Mich hat mal ein Spieler um 3 Uhr nachts vor einem Spieltag angerufen, weil seine Nachbarn über ihm eine Party gefeiert haben und er nicht schlafen konnte“, erzählt Schofield. Da musste er dann hin und den Nachbarn erzählen, dass sie doch bitte leiser sein sollten. „Spieler, Management, Presse, Spielerfrauen“, die hätten ihn alle ganz schön auf Trab gehalten. Und Schofield ergänzt scherzend: „Eines Cowboys Arbeit ist nie zu Ende.“

Trotzdem freue er sich, nach über 30 Jahren fast alle Spieler mal wiederzusehen. Mit einem Klassentreffen vergleicht der 69-Jährige das „Reunion“-Treffen der Mannschaft am 20. Oktober. „Ich war gerade erst beim 50. Klassentreffen meiner Schule in den USA und habe jeden wiedererkannt“, sagt er. So werde es auch bei der ASC-“Reunion“ sein, da ist er sich sicher. Und wenn nicht, bleibt ja immer noch die Toilette als Fluchtziel.

Die ASC-“Reunion“ soll am Freitag, 20. Oktober, gefeiert werden. Um 19 Uhr beginnt die Basketball-Sause im Altdeutschen, Prinzenstraße 16, mit einem „Meet & Greet“.

Von Hannah Scheiwe

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