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Adelebsen: Peter D. gesteht Tötungsdelikt

Prozess Adelebsen: Peter D. gesteht Tötungsdelikt

Mord oder Vergewaltigung mit Todesfolg? Auf diese Frage läuft es hinaus im gestern begonnenen Prozess um Vergewaltigung und Tod einer 87 Jahre alten Bewohnerin des Seniorenstifts Adelebsen. Der 27-jährige Angeklagte Peter D. hat die Tat gestern gestanden. Mordabsicht hat er damit aber nicht zugegeben.

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Tatort in Adelebsen: Hier vergewaltigt und tötet der Angeklagte eine 87-Jährige.

Quelle: Vetter

„Er ist ein ganz ruhiger Mensch“, sagt sein Freund über ihn, „ein ganz netter Junge“. Blass und schmächtig sitzt der in Kasachstan geborene 27-Jährige auf der Anklagebank. Der graue Rollkragenpullover mit Zopfmuster lässt ihn wie Muttis Liebling wirken. Nervös faltet er die Hände, befummelt sein Gesicht. Ein einfaches „Ja“ hat er für die Frage des Vorsitzenden der Schwurgerichtskammer, ob der Inhalt der Anklageschrift stimme. 

Darin steht Unfassbares: In der Nacht zum 16. November 2008 ist der 27-Jährige in die Wohnung einer 87 Jahre alten Rentnerin eingedrungen. Die Seniorin, die vom Altenstift in eigenen Räumen betreut wird, tritt ihm im Nachthemd entgegen. Er greift sie an, zwingt sie zu Boden, vergewaltigt sie trotz heftiger Gegenwehr mehrfach und verletzt sie dabei so schwer, dass die geschwächte Frau schon diese Verletzungen nicht überlebt hätte.

Doch die Anklageschrift geht weiter: Danach soll er den Tatort zunächst verlassen und ihn später ein zweites Mal aufgesucht haben. Dabei habe er die Glasscheibe ihrer Tür eingeschlagen, sich an der Hand verletzt, als er sich durch die Öffnung zwängte Er soll seinem Opfer ein Kissen ins Gesicht gedrückt haben, um es zu töten. So, unterstellt die Anklage, habe er verhindern wollen, dass die alte Frau ihn später identifiziert. „Mord zur Verdeckung einer Straftat“, nennt die Staatsanwaltschaft diesen zweiten Teil der Anklage. 

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Hier aber weicht das Geständnis von der Anklage ab. Auch wenn Peter D. gestern nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu den sexuellen Einzelheiten der Tat befragt wurde, sickerte so viel auf den Gerichtsflur durch: Die Tötungsabsicht bestreitet der 27-Jährige. Damit ist vorerst offen, ob es ein Mord (Mindeststrafe lebenslänglich) oder eine Vergewaltigung mit Todesfolge (fünf Jahre bis lebenslänglich) war.

Über das Motiv räumte Peter D. immerhin so viel ein: Auf dem Heimweg vom Kneipenbesuch mit einem Freund sei er „sozusagen vom Sexwunsch überwältigt“ worden.

Dabei kann auch der Freund, mit dem er schon den ganzen Nachmittag und Abend in einer Spielhalle, beim Fernsehen und am Kneipentresen zusammen gewesen war, kein Wort über Themen wie Sex oder Frauen berichten. Um sich ein Bild über das Sexualleben des Angeklagten zu machen, hörte das Gericht gestern auch zwei ehemalige Freundinnen – ebenfalls hinter verschlossenen Saaltüren.

Von Jürgen Gückel

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