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Alkoholvergiftung: Mehr Mädchen als Jungen

Zwei Drittel der Betrunkenen unter 15 Jahren sind weiblich Alkoholvergiftung: Mehr Mädchen als Jungen

Testkäufe, Aufklärung, Präventionsprojekte: Es gibt durchaus Maßnahmen, um den Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen in den Griff zu bekommen. Allein fruchten wollen diese bislang nicht recht. So haben die niedersächsischen Krankenhäuser in der ersten Hälfte dieses Jahres 440 Teenager mit einer Alkoholvergiftung versorgt. Damit stagniere die Zahl „auf dem hohen Niveau des Vorjahres“, teilte die Techniker-Krankenkasse jetzt mit. Besonders besorgniserregend: Immer mehr junge Mädchen greifen zur Flasche.

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Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: Immer mehr junge Mädchen greifen auch in Göttingen zur Flasche.

Quelle: Kunte

Diesen Trend registriere man auch in Göttingen, sagte Aline Rheinfurth von der hiesigen Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Grund sei zum einen, dass es gesellschaftlich nicht mehr so negativ bewertet werde, wenn junge Frauen Alkohol trinken. Zum anderen würden sich besonders junge Mädchen an Älteren orientieren und somit „relativ früh starten mit dem Alkoholmissbrauch“. Allgemein hätten sich die Zahlen von Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen, in Göttingen auf einem „relativ hohen Niveau“ eingependelt, erklärte Rheinfurth. Das seien aber keine „besonders alarmierenden Zahlen“, man liege im Bundestrend. Dennoch würden immer mehr Jugendliche zur Beratungsstelle kommen.

Dass Alkoholmissbrauch bei Minderjährigen weiterhin ein Thema ist, verdeutlichen auch Zahlen aus Göttinger Krankenhäusern wie der Kinderklinik der Universitätsmedizin. Allein hier werden nach Auskunft von Pressesprecherin Bettina Bulle jährlich 40 Patienten unter 18 Jahren wegen eines akuten Rauschs oder einer Alkoholvergiftung stationär aufgenommen. Die Zahl sei seit Jahren relativ konstant, wobei es sicherlich eine hohe Dunkelziffer gebe, vermutet Bulle. Im Weender Krankenhaus gibt es eine ähnliche Entwicklung. Hier stagnieren die Fälle von Jugendlichen unter 18 Jahren, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär aufgenommen werden, bei etwa 15 bis 20 pro Jahr. Ambulante Aufenthalte in der zentralen Notaufnahme seien noch häufiger, sagte Pressesprecher Stefan Rampfel. 80 bis 90 Prozent der Patienten seien männlich.
Das verhält sich in der Kinderklinik der Universitätsmedizin anders. Das Verhältnis von Jungen und Mädchen bei den unter 18-Jährigen mit einer Alkoholvergiftung hält sich hier laut Bulle ungefähr die Waage. Was hingegen neu und besonders auffallend sei: Von den besoffenen Jugendlichen unter 15 Jahren seien etwa 70 Prozent weiblich. Hier schlägt sich der Trend, dass immer mehr Mädchen zur Flasche greifen, also in Zahlen nieder.

Auch bei der Polizei gehören Jugendliche mit Alkoholvergiftungen beinahe zum Tagesgeschäft. So wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen (Stadt und Landkreis Göttingen) im Jahr 2009 bei polizeilichen Kontrollen 114 alkoholisierte Minderjährige angetroffen, „bei denen aufgrund des Alkoholisierungsgrades in Verbindung mit dem Alter, der Uhrzeit und der Örtlichkeit eine akute Gefahrenlage gegeben war“, wie Pressesprecherin Jasmin Kaatz sagte. Je nach Kontrollintensität seien aber größere Schwankungen in den Fallzahlen möglich.

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