Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Altkleider: Modellversuch in der Gemeinde Gleichen geplant

Auch Kreis will verdienen Altkleider: Modellversuch in der Gemeinde Gleichen geplant

Die Stadt Göttingen und andere Kommunen haben es vorgemacht, jetzt will auch der Kreis Göttingen nachziehen und vom wachsenden Geschäft mit Altkleidern profitieren. Und er will besonders dubiosen Sammlern das Geschäft schwer machen.

Voriger Artikel
Mehr Pro-City-Mitglieder: „Wir-Gefühl“ in Göttingen
Nächster Artikel
Northeimer Messerstecher für vier Jahre in Haft

Wertvoller Abfall: Altkleider werden inzwischen für viel Geld gehandelt und weiter verwertet.

Quelle: Nancy Heusel /HAZ

Göttingen/Gleichen. Seine Idee: Alle Haushalte in den Kreisgemeinden bekommen besondere Altkleidersäcke, die sie dann gefüllt an die Straße stellen können.

Das Verfahren ähnelt dem System für Verpackungsmüll in gelben Säcken. Durch den Gewinn aus dem Altkleiderverkauf könnten dann die Müllgebühren gesenkt werden. Ob das Konzept aufgeht, will die Kreisverwaltung allerdings erst einmal in einem Modellversuch in einer ausgewählten Gemeinde testen.

Die „Bürgernahe Erfassung von Alttextilien“ steckt allerdings noch im Entwicklungsstadium. Bisher hat die Kreisverwaltung Hintergrunddaten, Ziele und erste Überlegungen zum Modellversuch nur im Umweltausschuss des Kreistages vorgestellt und mögliche Versuchsgemeinden um Stellungsnahme gebeten.

Bereits zugestimmt

Gleichen hat bereits zugestimmt, auch wenn die Gemeinde dann pro Jahr auf rund 2600 Euro verzichten würde, die gewerbliche Sammler für Containerstandplätze als Miete zahlen. Allerdings stellte der Verwaltungsausschuss des Rates seinen Beschluss unter eine Bedingung: Der Kreis soll zunächst genauer erklären, wie er sich die vorgesehene Zusammenarbeit mit caritativen Verbänden vorstellt, ohne deren Spendensammlungen ernsthaft zu schaden.

Bei ihrer Einschätzung zum Altkleiderwert und -markt bezieht sich die Kreisverwaltung auf Zahlen von Forschungsinstituten und Gutachtern. Danach landen in Deutschland jährlich 750 000 Tonne Alttextilien in Kleidersammlungen. Allein im Kreis Göttingen kommen 1235 Tonnen zusammen. Umgerechnet gibt jeder Einwohner pro Jahr neun Kilogramm Altkleider ab.

Davon können knapp 50 Prozent als gute Sekond-Hand-Ware klassifiziert werden, 40 bis 45 Prozent eignen sich als Putzlappen oder können von professionellen Rohstoffverwertern verwendet werden. Der Rest sind sogenannte Fehlwürfe, die im Müll landen.

Spende für guten Zweck an erster Stelle

Im Konzept zum Modellversuch weist das Kreisumweltamt auch darauf hin, dass mit etwa 94 Prozent ein Großteil der Bürger nach eigener Einschätzung nur tragbare Altkleider abgibt. 88 Prozent wollen mit ihrer Spende an erster Stelle karitative Organisationen unterstützen. Für 53 Prozent spielt auch der Umweltschutz eine Rolle.

Zurzeit gibt es nach Kreisangaben neben Sammelbehältern auf den kreiseigenen Entsorgungsanlagen viele verschiedene aktive Sammelorganisationen sowie -standorte und -wege in den Gemeinden rund um Göttingen. Hinzu kommen die Kleiderkammern von Wohltätigkeitsorganisationen, etliche private gewerbliche Sammler mit angemeldeten Sammeltouren und Containerstandorten und noch einige „dubiose illegale Sammler“.

Mit der eigenen Sammlung will der Kreis den Bürgern ein verlässliches System bieten, vor allem aber am wachsenden Altkleidermarkt mitverdienen und den Gebührenhaushalt entlasten. Ob und wie das ohne großen Aufwand funktioniert, will er in einem Modellversuch in einer Gemeinde testen. Dazu sollen die Haushalte Altkleidersäcke bekommen, die bei anderen bereits laufenden Mülltouren abgeholt werden. Aufwand und Kosten wäre dadurch vergleichsweise gering, so die Verwaltung. Wann und wo der Versuch startet, ist noch offen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt