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OHG-Protest gegen Außenstandort

Am Otto-Hahn-Gymnasium fehlen 16 Klassenräume OHG-Protest gegen Außenstandort

Es wird immer enger im Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium: 16 Klassenräume fehlen in den nächsten Jahren, es gibt keine richtige Mensa und keine Aula. Jetzt gehen Eltern, Schüler und Lehrer auf die Barrikaden. Sie fordern einen An- oder Neubau und protestieren  gegen eine Außenstelle in der nahen Berufsschule.

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Am Otto-Hahn-Gymnasium fehlen 16 Klassenräume 

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Das ist die Ausgangslage am OHG: zum Teil nur 45 Quadratmeter große Klassenräume für 32 Kinder; ein alter Pavillon mit vier großen Räumen, der im Sommer abgerissen wird; jedes Jahr mehr Anmeldungen zum 5. Jahrgang; und ein ganzer Jahrgang mehr, wenn G9 mit 13 Schuljahren bis zum Abitur wieder eingeführt wird. Die Not sei groß, beklagen Lehrer sowie Eltern- und Schülervertreter. "Wir haben lange gewartet, wurden immer wieder vertröstet und brauchen jetzt eine Lösung", sagt der Vorsitzende des Schulelternrates, Michael Eikenbusch. "Die Stadtverwaltung aber lässt uns im Regen stehen und spielt mit falschen Karten", ergänzt Till Koch, Schülervertreter im Schulvorstand. Denn richtig verärgert ist die Schulgemeinschaft über jüngste Pläne der Schulverwaltung: Sie will ab Sommer zunächst für drei Jahre sieben Räume im 3. Stockwerk der berufsbildenden Schulen 2 nebenan mieten - für 3900 Euro monatlich. Ein Raum davon sei mit Oberlichtern ausgestattet, lässt Schuldezernent Siegfried Lieske auf Anfrage erklären - das Gebäude gehört dem Landkreis Göttingen. Darüber hinaus würden weitere Varianten wie ein Anbau oder Neubau am OHG geprüft. Aussagen, die deutlich moderater klingen als eher ablehnende Antworten der Verwaltung auf Fragen einer Ratsfraktion.

Auch deshalb bezweifeln die OHG-Vertreter die bisherigen Äußerungen aus der Verwaltung der Schule gegenüber. Sie fürchten eine dauerhafte Unterbringung mehrerer Klassen in der fremden Schule. "Das zersprengt unsere Schulgemeinschaft und belastet unser pädagogisches Konzept", fürchtet eine Lehrerin. Nicht nur der teilgebundene Ganztagsunterricht, jahrgangsübergreifende Lernprojekte, gegenseitige Hausaufgabenhilfe, Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülern, Gruppenarbeiten und ein Musikzweig seien auf die heterogene Schülerschaft am OHG abgestimmt. Mit einer Außenstelle würden Schüler "heimatlos" - ganz abgesehen vom zusätzlichen Aufwand für Aufsicht, Pausengespräche und Unterrichtsmaterial. Das erfolgreiche Konzept am größten Gymnasium in Göttingen mit mehr als 1200 Schülern werde von der Stadtverwaltung ignoriert, kritisiert Eikenbusch. Schon die langen Wege seien unhaltbar, ergänzt Schülervertreter Koch. Zu 50 Prozent müsste die Schüler in Fachräume wechseln. Dabei gingen die 5-Minuten-Pausen ganz drauf, längere Pausen würden erheblich verkürzt. "Und man fühlt sich ständig fremd und irgendwie unwohl unter den älteren BBS-Schülern", weiß eine Schülerin aus Erfahrung. Mehrere Kurse im 11. Jahrgang sind seit Schuljahresbeginn probeweise in die BBS gezogen.

Verärgert ist die OHG-Gemeinschaft auch, dass ihre eigenen Pläne für eine Erweiterung ignoriert würden. Eltern hätten der Verwaltung Architektenpläne für einen schlichten und "vor allem finanzierbaren" Neubau nur wenige Meter vom Hauptgebäude entfernt und für eine Mensaerweiterung zugeleitet – bisher ohne Reaktion. Nach Angaben der Schulverwaltung werden diese "berücksichtigt".

45 Quadratmeter für 32 Schüler: In manchen OHG-Klassenräumen ist guter Unterricht kaum möglich.

Das Mensaproblem sei durch die Raumnot zurzeit in den Hintergrund gerückt, räumt Eikenbusch ein - "aber auch hier muss ganz dringend etwas passieren". Die derzeitige Mensa sei ein umfunktionierter Flurbereich mitten zwischen belegten Klassenräumen und viel zu wenig Tischen. "Unsere Mensa ist keine Mensa", stellt Koch knapp fest.

Auf die Raumnot wollen Schüler und Lehrer am Freitag, 19. Mai, aufmerksam machen. Ab 9.45 Uhr werden sie mit kompletter Möbelausstattung am Markt vor dem Alten Rathaus zwei Unterrichtsstunden abhalten.

CDU fordert Neubau

Die Sorgen der OHG-Lehrer, -Schüler und -Eltern werden bereits in der Politik diskutiert. Vertreter mehrerer Ratsfraktionen haben die Schule besucht, die CDU hat sich bereits positioniert: Sie lehnt die Außenstellen-Lösung "aus pädagogischen und organisatorischen Gründen" ab. Der Vorschlag der Verwaltung "enttäuscht jeden pädagogisch denkenden Menschen", erklärte dazu Ratsherr Thomas Häntsch in einer Mitteilung. Kollegium und Elternschaft fühlten sich im Stich gelassen. Nur ein eigener Anbau werde ein zukunftssicheres Schulkonzept ermöglichen. Damit könne gleichzeitig das Problem der fehlenden Aula und der völlig unzureichenden Mensakapazität behoben werden. In einem Antrag für den Schulausschuss des Rates fordert die CDU unter anderem, "die erforderlichen Mittel zu beantragen und mit den entsprechenden Planungsarbeiten zu beginnen". us

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