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Anabolika aus Geheimlabor: Studenten in Göttingen verurteilt

Amtsgericht Anabolika aus Geheimlabor: Studenten in Göttingen verurteilt

Zu je 15 Monaten Freiheitsstrafe wegen verbotener Herstellung, Handel und Einfuhr von Arzneimitteln sind zwei Studenten vom Amtsgericht Göttingen verurteilt worden. Sie hatten in einem Untergrundlabor aus fragwürdigen Wirkstoffen aus China Doping- und Potenzmittel zusammengebraut, teils selbst genommen und teils auch verkauft.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Sie wollten einen schönen Körper mit reichlich Muskeln. Jetzt haben sie eine Bewährungsstrafe kassiert und jede Menge Kosten zu tragen: Bewährungsauflage, Prozess- und Verteidigerkosten und die Aufwendungen für pharmazeutische Gutachten. Dennoch sind zwei 24 und 25 Jahre alte Studenten mit ihrer Verurteilung so zufrieden, dass sie sie sofort rechtskräftig werden ließen.

Die jungen Männer aus Göttingen und dem Landkreis sind Bodybuilder und dabei auf die Idee verfallen, etwas nachzuhelfen. Deshalb beschafften sie sich via Internet aus China jede Menge anabole Steroide. Das sind synthetische Nachahmungen des männlichen Sexualhormons Testosteron. Sie helfen beim Muskelaufbau. Das haben die Angeklagten nicht nur selbst genommen, sondern auch damit Handel getrieben.

Im Januar 2011 waren sie aufgeflogen

Ein regelrechtes Untergrundlabor mit wohlklingendem Namen (F... Industries) hatten sich der Student der Volkswirtschaft und der angehende Fachinformatiker dafür eingerichtet. Mindestens ein Jahr lang haben sie mit den verbotenen Arzneimitteln hantiert. Im Januar 2011 waren sie damit aufgeflogen, als die Polizei die Wohnung des einen Angeklagten durchsuchte.

Dennoch machten sie dreist weiter, bis ein Jahr später der Zoll am Flughafen Leipzig eine Lieferung des Potenzmittel-Wirkstoffes Sildenafil aus China stoppte und eine zweite Hausdurchsuchung ein regelrechtes Pharmalabor offenbarte. Außerdem wurden massenhaft Etiketten und Fläschchen gefunden, die auf einen schwunghaften Handel hinwiesen. Mindestens vier Kunden wurden mit den Dopingmitteln beliefert.

"Mein Ideal ist ein schöner Körper"

Vor dem Amtsrichter haben die beiden Studenten am Dienstag zwar alles gestanden, eine Einsicht, dass sie sich und die Kunden extrem gefährdet haben, fehlte aber. „Mein Ideal ist ein schöner Körper“, sagte einer, das koste zehn Jahre Training. „Da habe ich versucht, an dieses Ideal möglichst schnell zu kommen.“ „... und es anderen dummen Männern auch zu verkaufen“, ergänzte der Richter. Heute müsse doch jeder wissen, wie gefährlich Doping ist.

Er verurteilte das Duo zu je 15 Monaten. Gegen Zahlung von 1500 Euro wird die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Massenhaft Mittelchen für die Muskeln: Anabolika-Depotfläschchen. DPA

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Untergrundlabor

Zwei junge Männer aus der Region Göttingen haben in ihren Wohnungen illegale Dopingmittel hergestellt. Die Göttinger Staatsanwaltschaft wirft den 25 und 24 Jahre alten Angeklagten aus Stadt und Landkreis Göttingen vor, in ihren Privatwohnungen ein Untergrundlabor zur Herstellung von anabolen Stoffen betrieben zu haben.

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