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Kunstpelze häufig vom Hund oder Katze

Pelz-Polizei unterwegs Kunstpelze häufig vom Hund oder Katze

Die Pelz-Polizei ist am Mittwoch in Göttingen auf Streife gewesen. Michael Seitz und Jennifer Schöpf vom Deutschen Tierschutzbüro aus Berlin klären während ihrer Deutschlandtour Konsumenten über die Tierquälerei für die Pelzproduktion auf. Und häufig auch über die Echtheit angeblicher Pelzimitate.

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Michael Seitz und Jennifer Schöpf vom Deutschen Tierschutzbüro aus Berlin klären während ihrer Deutschlandtour Konsumenten über die Tierquälerei für die Pelzproduktion auf.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Je billiger die Produkte, desto mehr bewegen sie sich in Richtung Hund und Katze“, sagt Seitz während der Aufklärungsaktion. Hunde- und Katzenpelze werden dem 39-Jährigen zufolge häufig als Kunstpelze verkauft. Ebenso wie andere echte Pelze. Ein roter Schal, den Seitz und Schöpf für neun Euro während ihrer Tour erworben haben, dient als Beweisstück. Das Etikett verspricht 100 Prozent Acryl, doch die beiden Pelz-Bommel an den Enden sind echt. „Wahrscheinlich Waschbär“, meint Seitz.

Hunde in Käfigen in einem Hinterhof

Einer jungen Studentin ist es unangenehm, als die Tierschützer sie auf ihrem Pelzkragen an der Jacke ansprechen. Sie weiß, dass es echter Pelz ist, auf die Jacke habe sie extra gespart. „Wegen der Optik der Jacke“, sagt sie. Nach kurzer Begutachtung steht das Urteil der Ermittler fest: Marderhund, oft auch als Finnraccoon bezeichnet. In China gebe es mittlerweile ganze Städte nur für die Zucht dieser Tiere, erzählt Seitz freundlich, aber eindringlich. Schöpf zeigt dazu ein Bild auf ihrem Tablet - zu sehen sind Hunde in Käfigen in einem Hinterhof. „Hätte ich das gewusst, hätte ich sie nicht gekauft“, versichert die 25-Jährige danach und sagt: „Das schockt mich gerade.“

Ob ein Pelz echt ist, erkenne man am leichten Mitwippen der Pelzhaare, an der Unterwolle und der Lederstruktur darunter, demonstriert Seitz am roten Schal. Doch manchmal können es auch die Experten nicht sicher sagen. „Dann bleibt nur noch die Feuerprobe“, meint der Pelz-Polizist, während er sein Feuerzeug zückt. Er zieht ein kleines Büschel aus dem Bommel heraus und steckt es an. Ein Imitat rieche nach verschmortem Plastik, Echtpelz hätte hingegen einen Horngeruch. Das angekokelte Büschel riecht deutlich nach Horn.

„Der Profit ist das Problem“

Doch warum verkaufen die Modeketten anstelle von künstlichem überhaupt echtes Tierhaar von Hunden, Katzen oder Waschbären? „Der Profit ist das Problem“, sagen die uniformierten Ermittler. Wer glaubt, dass sein Pelz nicht echt sei, weil der Artikel dafür zu billig war, säße häufig einem Irrtum auf. Denn ein gut gemachter Kunstpelz sei in der Herstellung meist teuer als billiger Hundepelz. Gekennzeichnet seien die echten Pelze als solche häufig nicht. Zwar gebe es eigentlich eine EU-Verordnung, doch diese werde nicht eingehalten meint der Tierschützer und ergänzt: „Die Leute wissen nicht, dass sie Hund oder Katze kaufen, sie werden getäuscht.“

Von Yannick Höppner

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