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Arbeitsagentur bestätigt Fachkräftemangel in Pflege

38 potenzielle Bewerber Arbeitsagentur bestätigt Fachkräftemangel in Pflege

Immer mehr Pflegebedürftige, immer weniger geschultes Personal: Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit gibt es in der Region einen Fachkräftemangel im Pflegebereich. Das teilt Sprecherin Christine Gudd auf Anfrage mit.

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Pflegebedürftige: Zahl steigt.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Demnach waren im Agenturbezirk Göttingen (Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode) im Jahr 2012 durchschnittlich 38 examinierte Altenpfleger arbeitslos gemeldet. Im selben Zeitraum gab es im Schnitt jedoch 72 Stellenangebote für Pflegefachkräfte. Mindestens jede zweite Stelle konnte demnach nicht besetzt werden. Denn, so Gudd: „Da nicht alle Stellen bei uns gemeldet werden müssen, ist der tatsächliche Bedarf sicherlich höher anzusetzen.“

Dass es vor allem einen Mangel an examinierten Altenpflegern gibt, verdeutlichen die Zahlen der Altenpflegehelfer. Von diesen waren im Jahr 2012 im Agenturbezirk Göttingen im Schnitt 230 arbeitslos gemeldet. Allerdings gab es im selben Zeitraum im Durchschnitt nur 39 Stellenangebote. Im Bereich der Pflegehelfer gebe es also noch durchaus Potenzial, sagt Gudd.

Die Arbeitsagentur Göttingen versuche dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken, indem man in diesem Bereich bei der beruflichen Weiterbildung und Qualifikation einen „deutlichen Schwerpunkt“ setze. „Dabei versuchen wir zum einen, Arbeitslose für eine Qualifizierung in diesem Bereich zu gewinnen, insbesondere für die Ausbildung oder Umschulung zur examinierten Altenpflegekraft.

Zum anderen fördern wir aber auch in Kooperation mit dem Arbeitgeber die Weiterbildung von beschäftigten Altenpflegehelfern zu examinierten Altenpflegern und auch die weitere Qualifizierung von beschäftigten Fachkräften“, erläutert Gudd.

Vor allem die Umschulung von Arbeitslosen zu Pflegekräften ruft jedoch immer wieder Kritik hervor. Denn der Beruf sei anstrengend und belastend und somit nicht für jeden geeignet, sagt ein Göttinger Heimleiter. „Und nicht jeder Langzeitarbeitslose ist dafür geeignet, Demenzkranke zu betreuen“, betont eine Heimleiterin. „Das Arbeitsamt muss die Leute sehr gut aussuchen.“

In jedem Fall lässt das Arbeitsamt ausbilden. Allein im vergangenen Jahr habe die Agentur für Arbeit Göttingen (ohne Jobcenter) 61 neue berufliche Weiterbildungen von Arbeitslosen in der Altenpflege finanziert, rechnet Gudd vor. Die Hälfte davon habe die Umschulung zur examinierten Altenpflegekraft begonnen.

Im Bereich der Förderung von bereits beschäftigten Pflegehelfern seien zudem 25 Umschulungen zur examinierten Altenpflegekraft finanziell unterstützt worden.

Daneben versuche man, Arbeitsuchende über Perspektiven in der Altenpflege zu informieren , zum Beispiel mit Hilfe von Pflegebörsen. Ziel sei es zudem, mehr Menschen mit Migrationshintergrund für Pflegetätigkeiten zu gewinnen, sagt Gudd – das sei auch wichtig für die Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund.

Die Zeit jedenfalls drängt. Denn der jetzt bereits auftretende Fachkräftemangel in der Region wird sich noch verstärken. So gehen unterschiedliche Studien davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Stadt und Landkreis Göttingen in den nächsten 20 Jahren um bis zu 50 Prozent steigen wird. Pflegeheimplätze soll es aber auch dann noch genügend geben, wie die zuständigen Behörden versichern.

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50 Prozent mehr

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Stadt und Landkreis Göttingen nimmt bis 2030 um rund 50 Prozent zu. Das hat die Bertelsmann-Stiftung in ihrem aktuellen Pflegereport ermittelt. Auch der niedersächsische Landespflegebericht geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Stadt und Landkreis Göttingen stark zunehmen wird, hat aber einen geringeren Anstieg von rund 33 Prozent errechnet.

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