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Auch Göttingen im Visier der NSU-Terrorzelle

Stadtplan mit Markierungen Auch Göttingen im Visier der NSU-Terrorzelle

Auch Göttingen ist im Visier der rechtsradikalen Mord- und Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen. In der ausgebrannten Ruine ihrer Zwickauer Unterkunft befand sich auch ein Stadtplan Göttingens mit individuell eingetragenen Zielmarkierungen.

Göttingen/Karlsruhe. Auskunft darüber, welche diese Ziele im Fall Göttingen genau waren, will die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe nicht geben. Deren Sprecher Marcus Köhler weist allerdings darauf hin, dass der Bundesanwaltschaft „über die verübten Morde hinaus keine tatsächlichen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass konkrete Planungen für weitere Taten“ bestanden hätten. Für andere Städte sind geplante Anschlagsziele, darunter Parteibüros und Moscheen, bekannt. So soll die NSU das örtliche SPD-Büro in Salzgitter-Lebenstedt im Visier gehabt haben. In einem anderen Fall merkten die NSU-Leute an „Sehr gute ruhige Lage mit gutem Weg. Objekt ähnelt dem in Salzgitter (1 Frau usw.)“. Es folgen Hinweise auf die Öffnungszeiten.

Im Brandschutt der letzten NSU-Unterkunft in der Zwickauer Frühlingsstraße sollen die Ermittler Stadtpläne von 14 Städten im gesamten Bundesgebiet gefunden haben. Darin sollen mehr als 190 einzelne Objekte und Straßen gekennzeichnet sein. Außerdem soll die Terrorzelle eine Liste von etwa 1000 Personen erstellt haben, die als Anschlagsziele in Frage kommen könnten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Rechts-Terroristen flächendeckend solche Daten gesammelt haben, um gegebenenfalls spontan zuschlagen zu können. Die großflächige Ausspähung ganzer Gebiete erkläre auch die teils sehr hohen Fahrleistungen der Mietwagen, die das Trio benutzt habe. Dieses Vorgehen spreche auch gegen die verschiedentlich geäußerte Vermutung, Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt hätten ortskundige Helfer gehabt, um die Mordtaten begehen zu können.

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Anfrage im Landtag

Nach dem Bekanntwerden neuer Spuren der NSU-Terrorzelle nach Niedersachsen hat die Landtagsfraktion der Linken vom Land größere Offenheit verlangt und eine parlamentarische Anfrage angekündigt. „Die Landesregierung muss endlich sagen, was sie weiß, und darf nicht weiterhin die Aufklärung der Verbindungen des NSU-Terrortrios nach Niedersachsen blockieren“, forderte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Pia Zimmermann.

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