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Aufdeckung des Organskandals: Göttinger Tageblatt erhält Wächterpreis

Preisverleihung Aufdeckung des Organskandals: Göttinger Tageblatt erhält Wächterpreis

Dem Göttinger Tageblatt ist am Freitagabend im Rathaus der Stadt Frankfurt einer der renommiertesten deutschen Journalistenpreise verliehen worden: der Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung und der Taz erhielt die Regionalzeitung die Auszeichnung für Aufdeckung und Berichterstattung über den Organtransplantationsskandal.

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Bei der Preisverleihung im Frankfurter Rathaus: Christina Berndt, Jürgen Gückel und Heike Haarhoff (von links).

Quelle: Pförtner

Frankfurt/Göttingen. Das Göttinger Tageblatt hat gestern einen der renommiertesten Journalistenpreise erhalten – den Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Die Auszeichnung wurde am Freitag, dem Tag der Pressefreiheit, in Frankfurt überreicht. Den ersten Platz teilt sich Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel mit Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung und Heike Haarhoff von der Tageszeitung Taz. Ausgezeichnet wurden die Berichte über den Organspendeskandal.

Kritische Presse

Der Wächterpreis ist ein Preis, der die kritische Presse würdigt“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Begrüßung im Kaisersaal des Römers vor rund 120 Gästen. Erstmals sei der erste Preis allerdings unter drei Journalisten dreier Tageszeitungen geteilt worden, sagte Juryvorsitzender Hermann Rudolph in seiner kurzen Laudatio.

Berndt, Haarhoff und Gückel hätten die Auszeichnung für das „öffentlich machen“ eines der großen Themen des vergangenen Jahres erhalten. Das Thema Organvergabe habe zu Recht den Namen „Skandal“ verdient. Das Göttinger Tageblatt habe diesen Organskandal zum ersten Mal ans Tageslicht gebracht. Durch die Berichte in der Süddeutschen Zeitung sei das Thema dann zu einem „öffentlichen Thema in der Bundesrepublik“ geworden, so Rudolph. Die Taz schließlich habe durch ihre Recherchen die Intransparenz der Organvergabepraxis kritisch beleuchtet.

Erster Verdacht

Am 12. Juni vergangenen Jahres berichtete das Tageblatt erstmals von dem Verdacht, dass ein Mediziner des Göttinger Universitätsklinikums bei der Transplantation von Lebern Patienten bevorzugt haben soll, die nicht ganz oben auf der Warteliste standen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Recherche von Tageblatt-Redakteur Gückel. In den folgenden Tagen förderte er mehr und mehr Details über den Organspendeskandal ans Tageslicht und damit in das Tageblatt.

Auf den Berichterstattungen der drei jetzt ausgezeichneten Zeitungen fußend folgte ein sich bundesweit immer weiter ausdehnender Skandal um die Manipulation von Daten und Listen und die illegale Vergabe von Organen an Transplantationspatienten. Das Ende dieses Skandals ist nicht abzusehen.

Info: „Wächterpreis der Tagespresse“
Seit 1969 wird der Journalistenpreis „Wächterpreis der Tagespresse“ jährlich von der Stiftung „Freiheit der Presse“ vergeben. Die Jury der Stiftung zeichnet mit dem Wächterpreis Journalisten aus, die als „Wächter“ mit ihren Recherchen und Veröffentlichungen Missstände aufgedeckt, Diskussionen angestoßen und Veränderungen bewirkt haben. Der erste Platz ist mit 12 000 Euro dotiert. In den vergangenen Jahren kamen die Sieger von Handelsblatt, Berliner Morgenpost, Bonner Generalanzeiger und Frankfurter Rundschau. Der zweite Platz ging in diesem Jahr an Daniel Drepper und Niklas Schenck – für einen Beitrag über Sportförderung in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Berichte über den Fall des psychiatrisierten Gustl Mollath aus Nürnberg wurden mit dem dritten Platz belohnt. Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung Olaf Przybilla  und Uwe Ritzer wurden dafür ausgezeichnet. Weitere Infos im Internet unter waechterpreis.de.
 

Dem Göttinger Tageblatt ist im Rathaus der Stadt Frankfurt einer der renommiertesten deutschen Journalistenpreise verliehen worden: der Wächterpreis der deutschen Tagespresse.

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