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Aufgebrachte Eltern wollen Hort behalten

Protest gegen Rosdorfer Rat Aufgebrachte Eltern wollen Hort behalten

Geballter Widerstand: Rund 30 Bürger haben während der jüngsten Ratssitzung gegen die Pläne der Rosdorfer Politik protestiert, einen neuen Hort in Dramfeld zu errichten und dafür den bestehenden Hort in Obernjesa zu schließen. Nach langem Ringen signalisierten die Vertreter der Parteien Gesprächsbereitschaft – mehr aber auch nicht.

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Soll nach dem Wunsch vieler Eltern bestehen bleiben: der Hort im evangelischen Kindergarten Obernjesa.

Quelle: Pförtner

Wütende Eltern, aufgebrachte Erzieher: Das Vorhaben der Rosdorfer Politik, mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II einen neuen, größeren Hort an der Grundschule Dramfeld einzurichten, dafür aber den bestehenden Hort in Obernjesa zu schließen, sorgt für Unmut in der Bevölkerung. Während der Ratssitzung machten die Betroffenen ihrem Ärger Luft.

„Niemand wurde informiert, niemand wurde gefragt“, beschwerte sich Anke Ebbecke über das Vorgehen der Politiker. Dabei sei man durchaus gesprächsbereit, „um einen vernünftigen Kompromiss zu finden“. Wie der aussehen könnte, skizzierte Anne Brenner: „Wir sind für eine dezentrale Lösung. Wir wollen den Hort in Obernjesa beibehalten, zusätzlich zu dem neuen in Dramfeld.“ Das habe praktische und pädagogische Vorteile, in jedem Fall sei das Angebot vielfältiger.

Bürgermeister Harald Grahovac (SPD) zeigte zwar Verständnis für den Protest. Die Gemeinde könne sich aber „derartig viele Horte“ nicht leisten. Zudem gebe es bisher lediglich eine „Tendenz“ zu Dramfeld. Dreiesentliche Punkte würden für den Standort Dramfeld sprechen, sagte Fraktionschef Jörg Kunkel: Dort einen Hort einzurichten, sei günstiger als in Obernjesa. Zudem falle der „Beförderungsaufwand“ für die Schüler in Dramfeld weg. Ferner zeige das Beispiel Heinrich-Grupe-Schule, dass es sinnvoll sei, einen Hort an einer Schule anzusiedeln.

„Zentrale Lösung“

Auch Gerhard Winter (CDU) warb für den Standort Dramfeld. Man benötige schließlich eine zentrale Lösung im Südbereich der Gemeinde, und dafür eigne sich der Standort an der Grundschule Dramfeld am besten. Er räumte jedoch ein, eine Info-Veranstaltung im Vorfeld ebenso vermisst zu haben.

Ursula Barking (Grüne) plädierte ebenfalls dafür, den Hort an der Grundschule Dramfeld einzurichten. So sei es für die Kinder viel einfacher, sich mit der Schule zu identifizieren. Dass die Eltern vorher nicht informiert worden seien, hänge mit dem Zeitdruck zusammen, der wegen des Konjunkturpakets entstanden sei.

„Eine Frechheit“

„Das ist eine Frechheit. Ich habe so einen Hals“, ereiferte sich eine Zuhörerin und fragte: „Wieso kann es nicht zwei Standorte geben? Wieso kann der Hort in Obernjesa nicht bleiben?“ Applaus brandete auf. Zwischenrufe ließen die Antwort Grahovacs beinahe untergehen.

Inmitten dieses Tumults erhob sich vorsichtig Jörg Winter, Fraktionsvorsitzender der CDU, und schlich auf leisen Sohlen zu Kunkel. Die beiden Politiker steckten kurz die Köpfe zusammen, dann ging Winter zurück zu seinem Platz und verkündete: „Wir sind gesprächsbereit.“ Er bedaure, dass nicht schon früher Gespräche geführt worden seien, doch der Schwerpunkt habe eben auf dem Konjunkturpaket gelegen. Und Kunkel gab zu bedenken, dass man jetzt ohnehin nur über den Investitionsrahmen, nicht aber über den Standort entscheide. Somit sei alles offen und man könne gerne diskutieren. „Aber“, so Kunkel, „es gibt eine ziemlich festgelegte Meinung“.

Andreas Fuhrmann

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Kommentar zum Konjunkturpaket II

Nichts als Ärger hat das Konjunkturpaket II bisher den Rosdorfer Politikern eingebracht. Wo in der Wirtschaft derzeit die Kurzarbeit grassiert wie ein besonders tückischer Ableger der Schweinegrippe, mussten sie wie viele andere Kollegen Extraschichten einlegen. Denn gesicherte Informationen über Förderkriterien und Investitionszuschüsse sickerten nur langsam durch. Was an einem Tag galt, war am nächsten schon wieder null und nichtig. 

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