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Bauern pflügen häufig über Grenzen hinaus

Bis zu drei Meter geklaut Bauern pflügen häufig über Grenzen hinaus

Ackerklau ist Landraub  und verboten. Das gilt auch für Bauern, die gerne mal mit ihren großen Maschinen über die Grenze hinaus pflügen. Die Gemeinde Gleichen prüft jetzt, wo Landwirte sogenannte Wegeseitenränder an gemeindeeigenen Feldwegen umbrechen und damit auch Lebensraum für Tiere zerstörten. Die Ratspolitiker geben ihr Rückendeckung, auch wenn der Vorstoß im Ratsausschuss für Planung und Naturschutz umstritten war.

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Das Luftbild mit eingezogenen Grenzlinien entlarvt: Auf der Südseite der Straße hat der Bauer zu weit gepflügt.

Quelle: Quelle:Gemeinde Gleichen / Grafik:pto

Gleichen. Der braune Acker reicht bis an den Straßengraben, der grüne Randstreifen mit Gras und Blumen ist verschwunden. Stück für Stück hat der Landwirt sein Feld immer dichter an den Weg heran gepflügt – drei Meter über seine Grenze hinaus. Und das ist kein Einzelfall. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde bereits vier Landwirte ermahnt. Sie mussten Böschung und Seitenrand wiederherstellen. Zurzeit prüfen Mitarbeiter des Bauhofes in sechs Gemarkungen auffällige Flächen von zehn Bewirtschaftern. Dabei nutzt sie Luftaufnahmen und messen nach.

Es gehe schlicht um Gemeindeeigentum, erklärte Bauamtsleiter Friedhelm Storek im Ausschuss. Abgesehen von der Nutzung fremden Eigentums sei das auch ökologisch schädlich. Die Grünstreifen seien wichtig für Insekten, Kleintiere und Vögel. Das zweite Problem: Reicht der Acker bis an den Graben, werde bei starkem Regen Schlamm in den  Graben gespült und er müsse aufwendig ausgebaggert werden. Als Aufsichtbehörde habe die Gemeinde auch die Interessentenschaften aufgefordert, an ihren Wegen die „Einhaltung der Gesetze sicherzustellen“.

CDU-Mann Werner Wille ist überzeugt, dass sich kaum ein Landwirt damit „absichtlich bereichern will“. „Natürlich müssen die Grenzen eingehalten werden“, fügte er an. Aufwendige Kontrollen aber seien nicht Aufgabe der Verwaltung, „und unser Bauhof hat schon gar keine Zeit dafür“. Als beratendes Mitglied des Gremiums warb Ingo Voges für eine andere Sicht auf die „berechtigte“ Aktion: Es gehe nicht um Schuldzuweisungen.

Um mögliche Konflikte zu vermeiden, sollte mit den Kontrollen in erster Linie informiert und eine mögliche „Panne“ dann korrigiert werden. Auch der Sozialdemokrat Jörg Dietrich-Munzel plädierte mit Blick auf den Biotop-Schutz für den „Weg der Überzeugung“. Fazit: Die Verwaltung darf und soll gar weiter prüfen – aber mit geringem Aufwand und im guten Verhältnis mit den Bauern.

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