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Bei Feuer studentische Hanfplantage entdeckt – Bewährungsstrafen

Fackel in der Sesselritze Bei Feuer studentische Hanfplantage entdeckt – Bewährungsstrafen

Diese Grillparty in der gemeinsamen Studentenzeit in Göttingen wird das junge Paar nie vergessen: Mit brennender Fackel waren der 26 Jahre alte Sozialwissenschaftler und die ein Jahr ältere Studentin der Ethnologie in ihre Wohnung in Nikolausberg zurückgekehrt.

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Blühende Zimmerplantage: verbotener Hanfanbau zum Eigenbedarf.

Quelle: EF

Nikolausberg.  Er stopfte den Fackelstiel in die Sesselritze – und Sekunden später stand das Mobiliar in Flammen.

Beim Versuch, den Brand zu löschen, verletzte sich der Student schwer an den Händen. Als die Feuerwehr schließlich gelöscht hatte, wurde der Schaden mit 10 000 Euro beziffert. Das war nur der eine Schaden: Den anderen bekamen die jungen Leute jetzt im Amtsgericht zu spüren.

Denn bei den Löscharbeiten am 29. April vergangenen Jahres stießen die Feuerwehrleute auf Verbotenes: eine gut organisierte Hanfplantage. 933 Gramm Cannabis-Material, dazu Blüten, Marihuana in geringen Mengen und psychogene Pilze wurden bei dem Paar gefunden. Dazu eine Trockenmaschine und alles, was man für den Eigenkonsum so braucht. Immerhin deutete nichts darauf hin, dass mit den Drogen auch gehandelt wurde.

Vor dem Amtsrichter wird schnell klar, dass das Paar diese Phase studentischen Lebens schnell hinter sich bringen will. Er ist inzwischen mit dem Studium fertig, hofft auf eine Festanstellung in Frankfurt. Sie schreibt die letzten Sätze ihrer Bachelor-Arbeit und hat ebenfalls am Main etwas in Aussicht. Sie legen ein rückhaltloses Geständnis ab und hoffen auf milde Richter, um nicht als Vorbestrafte in den Beruf zu starten.

Doch auf Geldstrafen von unter 100 Tagessätzen, der Schwelle, um noch als nicht vorbestraft zu gelten, lässt sich das Schöffengericht nicht ein. 90 Tagessätze haben die Verteidiger gefordert und auf „den studentischen Hobbycharakter des Hanfanbaus“ verwiesen – vergebens. Das Gericht wirft Bewährungsstrafen aus: fünf Monate Haft für sie, sechs Monate für ihn.

Beide müssen je 500 Euro an die Drogenberatung zahlen. Das sei „wirklich blöde gelaufen“, sagt Richterin Renate Knauer. Der Anbau habe aber solchen Umfang und zudem System gehabt, dass mit einer Mindeststrafe diesmal nicht auszukommen gewesen sei.

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