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„Bestes Krippenangebot in Westdeutschland“

Göttingen mit „Spitzenwert“ „Bestes Krippenangebot in Westdeutschland“

Die Stadt Göttingen steckt tief in den roten Zahlen. Das hält sie aber nicht davon ab, die Ausgaben für Kinderbetreuung in immer größere Höhen zu schrauben. Das Ergebnis dieses Vorgehens indes kann sich sehen lassen. Nach Rechnung der Verwaltung gibt es in den alten Bundesländern derzeit keine Stadt, die ein besseres Krippenangebot vorhält als Göttingen.

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Betreuung der Kleinsten in Göttingen ausgebaut: Auch die Kita der Thomaskirchengemeinde hat eine neue Krippengruppe.

Quelle: Hinzmann

Verwaltung und Politik sind immer schnell zur Stelle, wenn es etwas Positives zu berichten gibt. So verhielt es sich auch in der jüngsten Sitzung des städtischen Jugendhilfeausschusses. Noch bevor Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck zu einer Jubelarie auf das Göttinger Betreuungsangebot für Kinder ansetzen konnte, verteilte die Ausschussvorsitzende Helmi Behbehani (SPD) eine ebenso lobpreisende Pressemitteilung zum selben Thema. Tenor: „ein Spitzenwert“.

Dann aber war Schlapeit-Beck an der Reihe, und man merkte, dass sie sich auf diesen Auftritt vorbereitet hatte, in dessen Zentrum diese eine Aussage stand, die sie nach kurzer dramaturgischer Pause mit besonderer Vehemenz formulierte: „Man kann sogar sagen, dass wir das beste Krippenangebot in Westdeutschland haben.“ Das anerkennende Raunen blieb freilich aus – es hatte sich mal wieder kein Zuhörer aus der Bürgerschaft eingefunden.

Ob es tatsächlich stimmt, dass Göttingen in den alten Bundesländern Spitzenreiter in Sachen Kinderbetreuung ist, ist schwer zu überprüfen. Fest steht aber, dass die Stadt mit derzeit gut 41 Prozent eine bemerkenswerte Versorgungsquote im Krippenbereich aufweist. Das zeigt beispielhaft ein Blick auf die Zahlen vergleichbarer Städte: Weder Münster und Darmstadt mit einer Quote um die 25 Prozent noch Braunschweig mit 27 Prozent können hier mithalten. Auch Hannover als Landeshauptstadt kommt nur auf 25 Prozent. Im Vergleich zur Quote in Niedersachsen (15,9) steht Göttingen noch besser da.

Das aber soll es noch lange nicht gewesen sein. Bereits in diesem Jahr will man die Versorgungsquote für Krippenkinder in Göttingen auf 46 Prozent schrauben. Dafür sollen noch einmal 126 neue Plätze eingerichtet werden. Dann würde die Stadt 1332 Plätze für Kinder unter drei Jahren anbieten. Und bis 2013 – dann will der Bund einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz einführen – soll die Quote gar auf gut 48 Prozent ausgebaut werden. Dann hätte die Stadt das Platzangebot im Krippenbereich in zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Das alles kostet freilich Geld. Gab die Stadt 2003 noch insgesamt 13,1 Millionen Euro für Kinderbetreuung aus, sind es in diesem Jahr 21,7 Millionen und 2013 24,2 Millionen Euro. Damit seien die Möglichkeiten aber ausgereizt, sagte Schlapeit-Beck. Zum Beispiel habe fast jedes zweite Kind in Göttingen einen Krippenplatz. „Das ist toll.“

Der laute Jubel indes vermochte am Ende die einzige schlechte Nachricht des Tages nicht zu übertönen. Um den Bedarf an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige in Göttingen komplett zu decken (der liegt nach Angaben der Stadt im Jahr 2013 bei 54,1 Prozent), fehlen in der Planung bis 2013 immer noch 156 Plätze. Man habe innerhalb der Verwaltung lange diskutiert, diese auch noch einzurichten, sagte Schlapeit-Beck. Angesichts der miesen Finanzlage „sehen wir uns dazu aber nicht in der Lage.“ Nun sei der Bund gefordert.

  Kindergarten & Hort
  Die Versorgungsquote im Kindergartenbereich lag 2010 bei 95 Prozent. Weil die Zahl der Kinder im Kindergartenalter sinkt, wurden Kindergarten- in Krippenplätze umgewandelt. Trotz sinkender Kinderzahlen ist der Bedarf an Hortplätzen weiter steigend. Er lag 2010 bei 22,7 Prozent. Die Stadt hielt 756 Plätze vor, was einer Versorgungsquote von 19 Prozent entspricht.
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